Sozial-Experte Lämmlin begrüßt Vorschlag für Corona-Gedenktag

Gedenktag an die Corona Opfer in Deutschland

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In der Debatte um ein Erinnern an die Corona-Opfer steht als möglicher Termin der Beginn der geplanten bundesweiten Impfkampagne gegen das Coronavirus im Raum.

Sozial-Experte Lämmlin begrüßt Vorschlag für Corona-Gedenktag
Der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Institutes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Georg Lämmlin, hat Vorschläge für einen Gedenktag ausschließlich für Corona-Opfer begrüßt. Die Planung eines Trauergedenkens für die "Corona-Toten halte ich für eine passende und sinnvolle Kommunikationsform, um die Trauer und den Schmerz von Angehörigen und die gesellschaftliche Betroffenheit anzusprechen", sagte er am Montag in Hannover dem epd.
30.11.2020
epd-Gespräch: Stephan Cezanne
epd

"Die Kommunikation dazu sollte auch im Blick auf die gesellschaftliche Solidarität ausgerichtet werden, hier könnten und sollten die Kirchen einen zentralen Beitrag zum Thema Achtsamkeit, Solidarität, Fürsorge und Verzicht zugunsten der gefährdeten Menschen leisten", sagte Lämmlin.

In der Debatte um ein Erinnern an die Corona-Opfer hatte sich der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, für einen nationalen Gedenktag ausgesprochen. Als möglichen Termin schlug er in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag) den Beginn der geplanten bundesweiten Impfkampagne gegen das Coronavirus vor. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte bereits eine offizielle Trauer-Veranstaltung für die Corona-Opfer in Deutschland ins Gespräch gebracht.

"Ein zentraler Trauergedenktag hätte eine wichtige Signalwirkung und Bedeutung", fügte der evangelische Theologe und Professor für Praktische Theologie Lämmlin hinzu. Allerdings sehe er keine "unmittelbare Begründung dafür, das als festen regelmäßigen Gedenktag einzurichten". Die Feier könne eine zentrale Form mit Repräsentanten aus der Politik, den Kirchen sowie von Angehörigen in Verbindung mit vielen lokalen Feiern vor Ort haben, sagte er.

"Wichtig wäre in jedem Fall, Betroffene in die Vorbereitung und Durchführung einzubeziehen", unterstrich der Sozial-Experte. Die Ausführung könnte Lämmlin zufolge entweder mit einer staatlichen Beauftragung, die auch die Betroffenen und die Kirchen einbezieht, vorgenommen werden, "oder in einer ökumenischen und interreligiösen Form von den Kirchen selbst initiiert werden", erklärte Lämmlin. Das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD (SI) begleitet und kommentiert aktuelle Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft.

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