Corona: Merkel und Steinmeier machen Bevölkerung Mut

Corona: Merkel und Steinmeier machen Bevölkerung Mut
Zum ersten Advent haben Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Steinmeier den Menschen Hoffnung auf eine Überwindung der Corona-Krise gemacht. Gemeinsam werde man stärker sein als das Virus, sagte die Kanzlerin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier haben zum Beginn der Adventszeit den Bundesbürgern in der Corona-Krise Mut zugesprochen. "Zeigen wir Menschen weiter, was in uns steckt, indem wir uns auch jetzt - im Winter, vor Weihnachten, zum Jahreswechsel - an die Regeln halten, die für uns alle gelten", sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Steinmeier versicherte in einem in der "Bild am Sonntag" veröffentlichen Brief: "Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen."

Merkel sagte, die Menschen würden erleben, dass sich die Einhaltung der Corona-Regeln lohne: "Weil wir so gemeinsam stärker sein werden als das Virus." Seit dem Beginn der Pandemie habe man bereits ein großes Stück des Weges zurückgelegt. "Wir können annehmen, dass ein oder mehrere Impfstoffe nicht am Sankt Nimmerleinstag, sondern in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen können", erklärte die Kanzlerin am Samstag.

Steinmeier betonte, zwar sei im Advent immer noch Verzicht auf viele Traditionen wie Weihnachtsfeiern, gemeinsames Singen oder Weihnachtsmarktbesuche gefragt. "Aber wir können trotzdem voller Zuversicht sein", schrieb er in seinem Adventsbrief. Die Fortschritte in der medizinischen Forschung gäben Hoffnung, dass die Pandemie nicht dauerhaft den Alltag beherrschen werde. Als ermutigend bezeichnete der Bundespräsident die gegenseitige Hilfe der Menschen in der Corona-Krise.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schloss unterdessen eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen bis ins Frühjahr kommenden Jahres nicht aus. "Wir haben drei bis vier lange Wintermonate vor uns", sagte er der Tageszeitung "Welt" (Samstag). Deshalb könne leider keine Entwarnung gegeben werden. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus (CDU), erklärte in der "Passauer Neuen Presse" (Samstag), er halte es für wahrscheinlich, dass die geltenden Beschränkungen noch einmal verschärft werden müssten.

Auch die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, sagte: "Vielleicht muss nach Weihnachten noch mehr gemacht werden, damit die Infektionen wirklich sinken." Die Entscheidung von Bund und Ländern für die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester sei riskant, gab sie in der "Bild am Sonntag" zu bedenken.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verteidigte dagegen die Lockerungen für die Weihnachtstage. "Weihnachten begegnen sich Familien", das müsse man als Staat respektieren und da dürfe man auch ältere Menschen nicht ausschließen, sagte Laschet am Sonntag im Deutschlandfunk. Trotzdem müssten die allgemeinen Schutzregeln eingehalten werden.

Mehr als ein Viertel der Deutschen zweifelt einer Umfrage zufolge am Sinn der neuen Corona-Beschränkungen für die Adventszeit sowie für Weihnachten und Silvester. 30 Prozent der Bundesbürger halten nichts von der jüngsten Bund-Länder-Vereinbarung, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) unter Berufung auf die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Kantar berichten. Den Beschlüssen nach sollen private Treffen an Weihnachten auf höchstens zehn Personen aus mehreren Haushalten begrenzt werden, mit Ausnahme von unter 14-Jährigen.

Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten am 25. November vereinbart, die geltenden Beschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens bis mindestens 20. Dezember zu verlängern und dabei nochmals zu verschärfen. Über die Weihnachtstage sollen aber dann Lockerungen das Feiern im Kreis der Familie ermöglichen.

epd mih

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