Bundesweite Razzia gegen illegales Pflege-Netzwerk

Bundesweite Razzia gegen illegales Pflege-Netzwerk

Wegen des Verdachts der illegalen Beschäftigung in der häuslichen Pflege haben Bundespolizei und Zoll am Mittwoch bundesweit 130 Wohn- und Geschäftsräume sowie Steuerbüros durchsucht. Anlass seien Ermittlungen gegen drei polnische Staatsangehörige im Alter von 37, 42 und 44 Jahren sowie 71 Auftragsvermittler in Deutschland, teilte die Bundespolizei in Pirna bei Dresden mit.

Gegen die Personen werde wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, illegaler Ausländerbeschäftigung in größerem Umfang sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt ermittelt. Die Höhe von nichtabgeführten Sozialversicherungsbeiträgen belaufe sich auf geschätzte 14 Millionen Euro.

Die Durchsuchung der Räume von in der Pflegebranche Tätigen sei in 13 Bundesländern im Auftrag der Staatsanwaltschaft Görlitz erfolgt. Sichergestellt wurden unter anderem Schusswaffen, fast 60.000 Euro sowie etwa ein Kilogramm Gold im geschätzten Wert von mehreren Zehntausend Euro. Gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen kann mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden.

Die Bundespolizei war vor etwa drei Jahren im ostsächsischen Raum vermehrt auf Personen aus der Ukraine aufmerksam geworden, die während ihres vermeintlich touristischen Aufenthaltes in Deutschland im Bereich der häuslichen Pflege als Arbeitskraft tätig waren. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen haben die polnischen Firmen ein auf Profit ausgerichtetes bundesweites Netzwerk etabliert.

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