Bedford-Strohm: Rechtsextremes Denken hat keinen Platz in der Kirche

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Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Rednerpult der bayerischen Landessynode (Archivbild).

Bedford-Strohm: Rechtsextremes Denken hat keinen Platz in der Kirche
Bayerisches Kirchenparlament diskutiert über Haushalt und Evangelischen Campus
In der Debatte um Corona-Beschränkungen zieht die evangelische Kirche eine klare Grenze. Der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm stellte in seinem Bericht vor der Landessynode klar, dass sich Corona-Leugner nicht auf die christliche Freiheit berufen können.
23.11.2020
epd
Achim Schmid und Daniel Staffen-Quandt

Die Corona-Pandemie ist auch bei der Herbsttagung der bayerischen Landessynode das bestimmende Thema: In seinem Bericht vor dem Kirchenparlament der 2,3 Millionen bayerischen Protestanten warb Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm für einen fairen und konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Positionen, grenzte sich aber eindeutig von Corona-Leugnern und extremistischen Positionen ab. Auch der Haushalt für 2021, den die 108 Synodalen beschließen sollen, steht ganz im Zeichen der aktuellen Krise - er weist ein geplantes Millionen-Defizit aus.

Bedford-Strohm sagte, um die richtigen Reaktionen auf die Pandemie müsse demokratisch gestritten werden, die schlichte Leugnung der Gefahren des Virus sei jedoch "unverantwortlich". Wer die Corona-Bekämpfung systematisch sabotiere, "riskiert das Leben von vielen Menschen". Wer andere in Gefahr bringe, könne sich nicht auf das christliche Freiheitsverständnis berufen. Denn dieses verlange, gerade auf die Schwachen Rücksicht zu nehmen. "Verantwortungslosigkeit wird dadurch nicht besser, dass sie im Gestus des Protestes daherkommt", sagte Bedford-Strohm.

Wegen der gesellschaftlichen "Corona-Spannungen" ist es laut Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche (EKD) in Deutschland ist, Aufgabe der Kirche, für den Zusammenhalt einzustehen. Auch der kompromisslose Widerstand gegen Rechtsextremismus und menschenfeindliche Ideologien gehöre dazu: "Für rechtsextremes Gedankengut ist kein Platz in der Kirche." Das gelte auch für Utopien von links, wenn sie zu menschenfeindlichem Handeln pervertierten: "Menschenwürde fragt nicht, ob sie von rechts oder links verletzt wird."

In Etatfragen "kein Grund zur Panik"

Schwerpunkt der Synodaltagung, die noch bis Donnerstag (26. November) ausschließlich als Videokonferenz stattfindet, ist der kirchliche Haushalt für das nächste Jahr. Weil die Kirchensteuer-Einnahmen wegen der Corona-Pandemie stark rückläufig sind, musste schon dieses Jahr ein Minus von 130 Millionen Euro im Haushalt verbucht werden - für das kommende Jahr ist in dem ohnehin schon zusammengekürzten Haushalt abermals ein Defizit von 32,5 Millionen Euro eingeplant, sagte Oberkirchenrat Nikolaus Blum, derzeit kommissarischer Finanzchef der Landeskirche.

Blum sagte, da die Pandemie sich auch auf die Finanzen der nächsten Jahre auswirken wird, müsse man sich von der Idee verabschieden, künftig so weiterwirtschaften zu können wie bisher. Dennoch seien die Zahlen aber "kein Grund zur Panik". In den vergangenen Jahren sei gut gewirtschaftet worden. Blum plant für kommendes Jahr mit einem Haushalt von 938 Millionen Euro. Zudem schlägt er dem Kirchenparlament vor, dass das Haushaltsvolumen ausgehend vom Jahr 2019 bis 2030 nominal um nicht mehr als insgesamt 7,5 Prozent steigen soll.

Präventionsgesetz gegen sexualisierte Gewalt

Außerdem liegt den 108 Synodalen ein neues "Präventionsgesetz gegen sexualisierte Gewalt" zur Verabschiedung vor. Wie Bischof Bedford-Strohm hervorhob, soll dieses Gesetz künftig verhindern, was Menschen in der Vergangenheit erlitten haben. Regelungen alleine seien aber nicht ausreichend, die ganze Kirche sei vielmehr gefordert, sich mit dem Thema "wirklich auseinanderzusetzen". Dazu gehöre die Einsicht, dass es auch in der Kirche "Menschen gibt, die andere benutzen, um ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen", erläuterte Landesbischof Bedford-Strohm.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Synodaltagung ist auch die Debatte um den geplanten Evangelischen Campus Nürnberg (ECN). Bei der Vorstellung des Projekts, in das insgesamt mehr als 177 Millionen Euro investiert werden sollen, wurde kontrovers darüber diskutiert. Entscheiden sollen die Kirchenparlamentarier über das ECN am Mittwoch.

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