Bedford-Strohm: Italien soll "Sea-Watch 4" freigeben

Das deutsche Rettungsschiff "Sea-Watch 4" im Hafen von Palermo.

©epd-bild/Thomas Lohnes

Das deutsche Rettungsschiff "Sea-Watch 4" im Hafen von Palermo.

Bedford-Strohm: Italien soll "Sea-Watch 4" freigeben

München (epd). Nach den jüngsten tödlichen Bootsunglücken auf dem Mittelmeer dringt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erneut auf die Freigabe des Rettungsschiffs "Sea-Watch 4" durch die italienischen Behörden. Derzeit sei die spanische "Open Arms" das einzig zivile Rettungsschiff auf dem Mittelmeer, schrieb Bedford-Strohm am Donnerstagabend bei Facebook. Es seien vor allem rechtliche Fragen, die eine zweite Mission der "Sea-Watch 4" bisher verhindert hätten. "Dass sie bisher mehr Gewicht eingeräumt bekommen als die humanitäre Dringlichkeit, bedauere ich", schrieb der bayerische Landesbischof.

Unterstützt vom kirchlich initiierten Bündnis "United4Rescue" hatte die "Sea-Watch 4" bei ihrer ersten Mission rund 350 Menschen aus Seenot gerettet. Am 20. September wurde das Schiff von italienischen Behörden in Palermo festgesetzt, was mit Sicherheitsmängeln begründet wurde. Die Organisation Sea-Watch hält die Gründe für vorgeschoben.

Bedford-Strohm verwies auf die jüngsten Bootsunglücke vor der libyschen Küste, bei dem unter anderem ein sechs Monate altes Baby ums Leben gekommen ist. "Dem himmelschreienden Leid und sinnlosen Sterben im Mittelmeer muss endlich ein Ende bereitet werden", forderte er nach einer Videokonferenz mit der italienischen Transportministerin Paola de Micheli und dem Chef der italienischen Küstenwache, Giovanni Pettorino.

Meldungen

Top Meldung
Gottesdienstbesucher in Berliner Kirche
Die Evangelisch-reformierte Kirche empfiehlt ihren Gemeinden ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 in einem Landkreis oder einer Stadt auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Grundsätzlich entschieden darüber die Kirchengemeinden selbstständig.