Berliner Bischof fordert Engagement für Freiheit des Glaubens

Berliner Bischof fordert Engagement für Freiheit des Glaubens

Der Berliner Bischof Christian Stäblein hat anlässlich des Reformationstages und nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag in Nizza zum Engagement für Meinungs- und Glaubensfreiheit aufgerufen. "Mit der Reformation beginnt in Europa die Zeit, in der religiöse Vielfalt Realität wird", sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Samstag im Sender RBB 88,8 mit Blick auf die christliche Erneuerungsbewegung vor rund 500 Jahren. Die Einsicht der Reformation rufe dazu auf, religiösem Terror zu widerstehen und zugleich unbeirrt für die Freiheit des Glaubens und Denkens einzutreten.

"Aus dem harten Ringen, in dem die verschiedenen Konfessionen entstanden, wuchs die Anerkennung, dass ich niemandem eine oder gar meine Wahrheit im Glauben aufzwingen kann, das nicht darf und auch nicht wollen kann", sagte Stäblein weiter. Dass der Glaube frei ist, stehe im Zentrum der Reformation. Sie bedeute zugleich Demut vor und Freiheit für den Glauben anderer. "Das begreifen Fundamentalisten und Fanatiker aller Religionen nicht, sie wollen das nicht wahrhaben, dass sie ihre Wahrheit niemand aufzwingen können und dürfen. "Darum verbreiten sie Terror, in Frankreich jetzt islamistischen Terror", sagte der Bischof.

Was in Nizza geschehen sei, "ist ein Missbrauch der Religion, ist ein Missbrauch des Islam, wird von friedliebenden Muslimen und muslimischen Verbänden überall auf der Welt verurteilt", sagte Stäblein weiter und betonte: "Wir trauern mit dem französischen Volk, wir stehen im Kampf gegen den Terror an ihrer Seite."

Der Reformationstag am 31. Oktober erinnert an die 1517 von Martin Luther ausgelöste kirchliche Erneuerungsbewegung, die zur Gründung der evangelischen Kirchen führte.

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