Protestanten feiern Reformationstag - auch digital

Protestanten feiern Reformationstag - auch digital

Protestanten in aller Welt feiern am Samstag den Reformationstag. Die Reformationsgottesdienste finden in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen statt: zum Teil unter strengen Auflagen mit Besuchern, digital oder als TV-Übertragung. Dabei wird an die Anfänge der evangelischen Kirche vor rund 500 Jahren erinnert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sollte am Freitagnachmittag in Gotha am Vorabend des Feiertages predigen.

Der Reformationstag am 31. Oktober ist gesetzlicher Feiertag in neun Bundesländern: Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Die ARD überträgt am Reformationstag von 10 bis 11 Uhr einen evangelischen Gottesdienst unter dem Motto "Haltung bitte!" aus der Stadtkirche zu Bad Hersfeld. Die Predigt halten die Pröpstin des Sprengels Hanau-Hersfeld, Sabine Kropf-Brandau, und der Pfarrer der Ev. Stadtkirchengemeinde Frank-Nico Jaeger, wie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mitteilte. Der Gottesdienst finde unter den Bedingungen der Pandemie ohne Gemeinde vor Ort statt. Die Mitwirkenden in der Kirche halten den Angaben zufolge die nötigen Sicherheitsabstände ein. Die Gemeindelieder und die liturgischen Stücke werden von einem Vokalensemble gesungen, das dazu einlade, an den Bildschirmen mitzusingen.

Die vom damaligen Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) um den 31. Oktober 1517 von Wittenberg aus verbreiteten 95 Thesen gegen kirchliche Missstände wurden zum Ausgang einer christlichen Erneuerungsbewegung. Während der Gedenktag früher zur Abgrenzung der Protestanten gegenüber katholischen Christen genutzt wurde, wird er inzwischen im Geist der Ökumene gefeiert. Zum 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober 2017 war der Tag einmalig bundesweit arbeitsfrei.

Der Reformationstag wurde erst 150 Jahre nach der Reformation zum Gedenktag. Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte den Tag im Jahr 1667 fest. Nach den Reformationsjubiläen 1717 und 1817 etablierte sich das Reformationsfest weiter. Der Gedenktag wird als Gelegenheit zur evangelischen Selbstbesinnung verstanden. Luther wollte die Kirche zum geistigen Ursprung der Botschaft des Evangeliums zurückführen. Die von Luther geforderten Reformen führten nicht nur zur Gründung der evangelischen Kirchen, auch die römisch-katholische Kirche hat sich seitdem grundlegend reformiert.

epd lnh/cez/hei jup

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