Hilfswerke fordern Bekämpfung von Ungleichheit weltweit

Hilfswerke fordern Bekämpfung von Ungleichheit weltweit

Hilfsorganisationen haben die Bekämpfung von Ungleichheit weltweit und in der humanitären Hilfe gefordert. Die Corona-Pandemie zeige Ungleichheiten schonungslos und vergrößere sie noch, erklärten mehrere Organisationen am Montag zu Beginn des Humanitären Kongresses in Berlin. Die Armen hätten ein viel höheres Risiko, unter den Folgen einer Krise wie der Corona-Pandemie zu leiden.

Die Bekämpfung der Pandemie könne nur gelingen, wenn einem Ausbruch in Bangladesch die gleiche Aufmerksamkeit zukomme wie einem in Deutschland, sagte der Geschäftsführer von "Ärzte ohne Grenzen", Christian Katzer. "Die Pandemie ist erst vorbei, wenn sie für alle vorbei ist." Alle Menschen müssten Zugang zu umfassender medizinischer Versorgung erhalten und ebenso zu einem Corona-Impfstoff.

Die zentrale Frage sei, wie verhindert werden könne, dass die Mächtigen und Privilegierten durch die Pandemie noch mächtiger und privilegierter würden, betonte die Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, Marion Lieser. Es brauche ein Rettungspaket für alle. Auch ärmere Staaten müssten in die Lage versetzt werden, Kleinunternehmerinnen und -unternehmer zu unterstützen, der Bevölkerung finanziell zu helfen.

Die Pandemie biete die Chance, Ungerechtigkeiten anzuprangern und längst überfällige Veränderungen umzusetzen, sagte Mariam Janssen-Yousaf von "Ärzte der Welt". Ebenso überfällig sei auch, dass sich die humanitären Organisationen selbst mit Ungleichheit und Diskriminierung in ihren Strukturen beschäftigten. Dabei müssten Partnerorganisationen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort mehr Macht und Entscheidungsbefugnisse erhalten, betonte sie. Das sei ein schmerzhafter Prozess und gelinge nicht von einem Tag auf den anderen.

Auch die anderen Vertreter der Organisationen plädierten dafür. Eine starke lokale humanitäre Hilfe werde immer wichtiger, das habe sich gerade in Zeiten von coronabedingten Reisebeschränkungen gezeigt, sagte der Leiter für Internationale Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz, Christof Johnen. "Es sind die Helfer vor Ort, die einen Großteil der Arbeit leisten." Auch die Politik müsse diese zentrale Rolle anerkennen und entsprechend unterstützen.

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