Umstrittener Vatikan-Text: Gespräch der Bischöfe zeitnah mit Rom

Umstrittener Vatikan-Text: Gespräch der Bischöfe zeitnah mit Rom

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz will die umstrittene Vatikan-Instruktion zur Zukunft der katholischen Pfarrgemeinden zeitnah mit Rom besprechen. Die zuständige Kongregation für den Klerus wünsche zunächst die Erörterung mit Vertretern der deutschen Bischöfe, teilte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Montag in Bonn mit. Die im Juli veröffentlichte Vatikan-Instruktion hatte in Deutschland bei Laien, aber auch in den Reihen der Bischöfe Kritik ausgelöst. Der Text sei realitätsfern und schätze die Dienste von Laien nicht ausreichend, hieß es. Der Vatikan versteht das Papier unter anderem als Impuls im Kampf gegen den Priestermangel.

Vor wenigen Tagen habe der Präfekt der Kongregation für den Klerus, Kardinal Beniamino Stella, brieflich auf Überlegungen des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, zur Instruktion "Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche" geantwortet, so Kopp. Bätzing will auch Laien in das Gespräch mit einbeziehen. Dies solle in einem zweiten Schritt erfolgen, bestätigte Kopp dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Wann es stattfinden kann, wird Bischof Bätzing mit der Kongregation besprechen", hieß es weiter.

Der Limburger Bischof Bätzing hatte der Kongregation vorgeschlagen, das Gespräch mit dem Präsidium des Synodalen Weges zu führen, da Bischöfe, Priester, Diakone und Laien in der Instruktion gleichermaßen angesprochen werden. Der Synodale Weg ist ein innerkatholischer Reformdialog, den die Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) vereinbart haben, um über die Lehren aus dem Missbrauchsskandal und die Zukunft der katholischen Kirche zu sprechen. Zum Präsidium gehören ZdK-Präsident Thomas Sternberg und ZdK-Vize-Präsidentin Karin Kortmann.

Wie die Fachzeitschrift "Herder Korrespondenz" in ihrer November-Ausgabe berichtet, wünscht der Präfekt der Kongregation für den Klerus, Kardinal Beniamino Stella, keine Teilnahme von Laien an der Begegnung, obwohl die deutschen Bischöfe darum gebeten hatten. Die "Herder Korrespondenz" bezieht sich auf den Brief Stellas an Bätzing. Der Brief soll nun zunächst in der Bischofskonferenz besprochen und auch Gegenstand der Aussprache in der Gemeinsamen Konferenz zwischen Vertretern der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sein, so die Bischofskonferenz.

Das Schreiben der Kongregation mit dem Titel "Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche" hatte in Deutschland für Skepsis gesorgt. Laut dem Vatikan-Papier können Nicht-Kleriker keine Pfarreien leiten. Rom reagiert damit auf Reformansätze in verschiedenen Bistümern, die beispielsweise dem Priestermangel und sinkenden Mitgliederzahlen unter anderem mit der Zusammenlegung von Gemeinden oder der Übertragung von Pfarrei-Leitungen auf Laien begegnen wollten.

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