Papst bei interreligiösem Friedenstreffen in Rom

Papst bei interreligiösem Friedenstreffen in Rom

Papst Franziskus hat am Dienstag gemeinsam mit Vertretern anderer Kirchen auf dem römischen Kapitol ein ökumenisches Friedensgebet abgehalten. Zu der im Zeichen der Corona-Abstandsregeln stehenden Andacht in der Kirche Santa Maria in Aracoeli reisten auch das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen, der Ökumenische Patriarch Bartholomäus I., und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nach Rom. Anschließend war ein interreligiöses Friedenstreffen mit Juden, Muslimen und Buddhisten geplant.

Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm äußerte bei dem ökumenischen Friedensgebet die Hoffnung auf gemeinsame Abendmahlsfeiern. Das Streben nach Einheit der Christen sei keine "Sentimentalität bestimmter Interessengruppen", sondern "Teil der DNA jeder Kirche", sagte er bei der Andacht auf dem römischen Kapitol.

Auf dem Hügel oberhalb des Forum Romanum entstand im 19. Jahrhundert in der damaligen Gesandtschaftskapelle der diplomatischen Vertretung Preußens beim Heiligen Stuhl die erste evangelische Kirche in Rom. Es sei sein "persönlicher Traum", gemeinsame Abendmahlsfeiern selbst zu erleben, sagte Bedford-Strohm unter Anspielung auf die Vorbehalte des Vatikans gegenüber der Teilnahme von Christen anderer Konfessionen an katholischen Messen.

Mit Blick auf die wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregeln beklagte Bedford-Strohm den Verzicht auf physische Zeichen der Verbundenheit wie das Händeschütteln und Umarmungen bei Begrüßungen. Christen und Angehörige anderer Religionen würden in dieser Situation aus unterschiedlichen Traditionen heraus gemeinsam ihre Fragen und Hoffnungen zum Ausdruck bringen, um Zeichen von Frieden und Geschwisterlichkeit zu setzen.

Unter Hinweis auf das Bibel-Zitat "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan", beklagte der EKD-Ratsvorsitzende mangelnde Hilfe der EU für Flüchtlinge, die auf griechischen Insel stranden und im Mittelmeer ertrinken. An die Not anderer zu erinnern, solle jedoch kein "Katalysator für schlechtes Gewissen" sondern Anlass zu gemeinsamem Handeln sein, betonte er bei dem von der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio veranstalteten Treffen.

Das Treffen findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt. Dieses Mal stand es unter dem Motto "Niemand rettet sich allein. Frieden und Geschwisterlichkeit".

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