Flüchtlingshilfe: UNHCR-Programme deutlich unterfinanziert

Flüchtlingshilfe: UNHCR-Programme deutlich unterfinanziert

Die UNO-Flüchtlingshilfe äußert angesichts fehlender Gelder für Hilfsprogramme für Flüchtlinge Besorgnis. Knapp 80 Millionen Menschen seien weltweit auf der Flucht, doch die notwendigen Hilfsmaßnahmen seien dramatisch unterfinanziert, kritisierte der Verein und deutsche Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR an Montag in Bonn. Ein aktueller Bericht des UNHCR dokumentiere, dass lediglich rund 50 Prozent der benötigten finanziellen Mittel vorhanden seien. Bei vielen Programmen habe die Arbeit des Hilfswerks teilweise bereits eingestellt werden müssen, weil nicht ausreichend Finanzmittel zur Verfügung standen, unter anderem im Südsudan, in Somalia und Syrien.

Besonders dramatisch ist die Situation nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe im Südsudan. Dort sei die Arbeit des UNHCR nur zu 33 Prozent finanziert, hieß es. Rund 2,3 Millionen Menschen sind demnach in umliegende Länder geflohen, 1,6 Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Aufgrund des niedrigen Finanzierungsniveaus seien Programme in Bereichen wie Gesundheit, Lebensunterhalt und Infrastruktur bereits gekürzt worden, weitere Kürzungen würden noch in diesem Jahr erwartet.

"Für die Menschen hinter den Statistiken ist die Entwicklung verheerend: Die Flüchtlingszahlen steigen extrem, die Finanzierung dagegen nicht", sagte Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe. "Wir dürfen die Flüchtlinge nicht sich selbst überlassen."

Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Konflikten, Kriegen, Verfolgungen und Menschenrechtsverletzungen vertrieben wurden, habe in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, hieß es. Waren es 2009 noch knapp über 43 Millionen Menschen, so sind es jetzt fast doppelt so viele: 79,5 Millionen. Das notwendige Budget des UNHCR, um diesen Menschen zu helfen, beläuft sich nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe auf 9,1 Milliarden Dollar (7,8 Millionen Euro). Insgesamt weise das Budget des UNHCR eine Finanzierungslücke von 51 Prozent auf.

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