Hilfswerk Missio ruft zur Solidarität mit Westafrika auf

Hilfswerk Missio ruft zur Solidarität mit Westafrika auf

Das Bistum Mainz und das katholische Hilfswerk Missio eröffnen am 4. Oktober in Mainz die deutschlandweite Solidaritätsaktion zum Weltmissionssonntag. An diesem Tag, der in Deutschland am 25. Oktober begangen wird, könnten Christinnen und Christen "über den Tellerrand schauen" und für die Ärmsten in der Welt spenden, sagte der Bischof des gastgebenden Bistums, Peter Kohlgraf, am Donnerstag in Mainz. Der Missionssonntag sei auch das beste Beispiel dafür, wie das gelinge, was Papst Franziskus am 4. Oktober mit seiner neuen Enzyklika "Fratelli tutti" dem Vernehmen nach fordern werde: "Eine konkret gelebte Solidarität in der Welt gehört zum Auftrag und zur Mission der Kirche."

Der Weltmissionssonntag 2020 in Deutschland stehe unter dem Leitwort "Selig, die Frieden stiften - Solidarisch für Frieden und Zusammenhalt", sagte Missio-Präsident Dirk Bingener. Der Tag solle den Blick lenken auf die Lage in den westafrikanischen Ländern Nigeria, Niger, Ghana und Burkina Faso. Dort seien die mangelhafte Gesundheitsversorgung, die soziale Spaltung, die prekären Arbeitsverhältnisse, die gesellschaftlichen Spannungen und vielfältige Gewalt und Terror für die Mehrzahl der Menschen Alltag.

Die Corona-Pandemie habe ihr Leben noch sehr viel schwieriger gemacht. Zu anderen Menschen auf "soziale Distanz" zu gehen, das sei etwa für Straßenverkäufer in Lagos oder für die Marktfrau an ihrem Gemüsestand in Accra eine absurde Vorstellung, sagte Bingener. Millionen Menschen in Westafrika hätten schlichtweg nichts zu essen, wenn sie während eines Lockdowns nicht ihrer Arbeit als Schuhputzer, Taxifahrer oder Zeitungsverkäufer nachgehen könnten.

In dieser Krise spiele die katholische Kirche eine wichtige Rolle, betonte der Missio-Präsident. Mit ihrem Netzwerk sei sie fast in jedem Dorf präsent. Die Arbeit der Kirche werde vor Ort von den Kollekten in den Sonntagsgottesdiensten mit finanziert, die blieben jedoch wegen der wenigen Gottesdienste infolge der Corona-Pandemie weitgehend aus. Wenn jetzt auch die Weltmissionssonntags-Kollekte in Gefahr sei, sei das eine "doppelte Katastrophe". Ihr könne nur mit einer "doppelten Großzügigkeit" am 25. Oktober begegnet werden, sagte er.

Ignatius Kaigama, Erzbischof in der nigerianischen Hauptstadt Abuja, schilderte in einem Videobeitrag, wie die Pandemie in seiner Heimat das öffentliche Leben lahmlege. Die Kinder könnten nicht zur Schule und die Erwachsenen nicht zur Arbeit gehen und die Märkte seien geschlossen. Da nur wenige Gottdienste stattfänden, könnten auch keine Kollekten für die Gläubigen gesammelt werden. Die Menschen hätten wenig zu essen, seien verzweifelt und frustriert, berichtete Kaigama, der auch Präsident der regionalen Bischofskonferenz Westafrikas ist.

Die Kollekte zum Sonntag der Weltmission ist nach Angaben von Missio die größte globale Solidaritätsaktion der Katholiken. Gläubige in rund 100 Ländern spendeten dann für die Arbeit der etwa 1.100 ärmsten Diözesen der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. Der Sonntag der Weltmission findet in Deutschland am vierten Sonntag im Oktober statt, veranstaltet wird er von den Missionswerken Missio Aachen und München. 2019 sammelte Missio Aachen für diese Kollekte rund 3,54 Millionen Euro.

Meldungen

Top Meldung
Katrin Göring-Eckardt im Bundestag
In der Diskussion um Reform und Einsparungen bei der evangelischen Kirche hat Katrin Göring-Eckardt eine Reduzierung der Zahl der Landeskirchen angeregt. "Bürokratische und Doppelstrukturen versteht heute niemand mehr", so die Grünen-Fraktionschefin, die der EKD-Synode angehört.