Drei Kandidaten für Rekowski-Nachfolge als rheinischer Präses

Almut van Niekerk , Thorsten Latzel,  Reiner Knieling

©epd-bild/EKiR

Die Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk (53), der Leiter der Evangelischen Akademie Frankfurt, Thorsten Latzel (50) und Theologieprofessor Reiner Knieling (57) sind die Kandidaten für die Nachfolge von Präses Manfred Rekowski in der rheinischen Landeskirche.

Drei Kandidaten für Rekowski-Nachfolge als rheinischer Präses
Acht Jahre lang leitete Manfred Rekowski als Präses die Geschicke der rheinischen Landeskirche. Im März geht er in den Ruhestand. Zwei Kandidaten und eine Kandidatin stellen sich im Januar für seine Nachfolge zur Wahl. Eine Vorstellungsrunde.

Wechsel an der Spitze der Evangelischen Kirche im Rheinland: Um die Nachfolge von Präses Manfred Rekowski bewerben sich zwei Männer und eine Frau. Kandidaten für das Amt des leitenden Theologen sind der aus Bayern stammende Theologieprofessor Reiner Knieling (57), der Leiter der Evangelischen Akademie Frankfurt, Thorsten Latzel (50), und die Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk (53). Die Entscheidung trifft im Januar das rheinische Kirchenparlament, die Landessynode. Die Synode tagt vom 11. bis 15. Januar wegen der Corona-Pandemie nicht am traditionellen Tagungsort Bad Neuenahr, sondern an zwei Tagen mit Anwesenheit in Düsseldorf sowie an drei Tagen per Videokonferenz.

Für acht Jahre wählt die Synode einen neuen Präses, der die zweitgrößte deutsche Landeskirche künftig in der Öffentlichkeit vertritt. Der 62-jährige Rekowski, auch Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), geht nach achtjähriger Amtszeit im März in den Ruhestand. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat 2,45 Millionen Mitglieder und erstreckt sich auf Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen.

Almut van Niekerk, seit 2016 oberste Theologin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein und seit Januar nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung, könnte nach acht Männern die erste Frau an der Spitze der rheinischen Landeskirche werden. Sie hat als Gemeindepfarrerin in Sankt Augustin bei Bonn gearbeitet, war dann später stellvertretende Superintendentin und Vorstandschefin des regionalen Diakonischen Werks. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Van Niekerks Hauptziel für die kirchliche Arbeit ist eine intensivere Verkündigung: Sie wünsche sich eine "ausgesprochen starke evangelische Identität" bei kluger Vernetzung mit Kommunen und Ländern, Kultur und Zivilgesellschaft sowie in der Ökumene und im interreligiösen Gespräch.

Zwei Kandidaten aus dem Bildungsbereich

Thorsten Latzel, seit 2013 Direktor der Evangelischen Akademie in Frankfurt am Main, war zuvor im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover Referent für Struktur- und Planungsfragen und leitete das Projektbüro des Reformprozesses "Kirche im Aufbruch". Der promovierte Theologe ist auch Mitglied der EKD-Bildungskammer. Latzel ist verheiratet und hat drei Kinder.

Reiner Knieling leitet seit 2011 das Gemeindekolleg der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Neudietendorf bei Erfurt. Er ist zudem außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. In Wuppertal war der verheiratete Vater von drei Kindern zuvor 16 Jahre lang Dozent an der Evangelistenschule Johanneum.

Der Theologe tritt dafür ein, dass sich die Kirche in der Gesellschaft mutig profiliert. Nötig seien eine neue Sprache für traditionelle Inhalte, der Dialog mit Konfessionslosen und couragierte Positionierungen in gesellschaftlichen Debatten.

Präses (lateinisch: Vorsitzender) heißt in der Evangelischen Kirche im Rheinland der leitende Theologe. Er ist Vorsitzender der Landessynode. Zudem steht er an der Spitze der Kirchenleitung, die das Präsidium der Synode bildet.

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