Forschungszentrum für Herrenhäuser an der Ostsee geplant

Forschungszentrum für Herrenhäuser an der Ostsee geplant

In der vorpommerschen Hansestadt Greifswald soll ein "Herrenhauszentrum des Ostseeraums" entstehen. Das geplante Forschungszentrum solle Schlösser und Herrenhäuser im gesamten Ostseeraum erfassen und erforschen, sagte der Kunsthistoriker Kilian Heck am Dienstag in Greifswald. Unter anderem ist eine Datenbank geplant, die Baudaten, Besitzer, Inventar, aber auch Zeitzeugenberichte über die Nutzung der Herrenhäuser in Deutschland, Polen, Kaliningrad, den baltischen Staaten und Skandinavien sammelt.

Ziel sei, dieses kulturelle Erbe über einen Zeitraum von 1500 bis ins 20. Jahrhundert zu erfassen, zu erforschen und für die Zukunft zu bewahren, sagte Heck. Schlösser und Herrenhäuser des Ostseeraumes seien Zeugnisse der Landes- und Baugeschichte. Insgesamt handele es sich um mehr als 10.000 Anlagen. Heck: "Allein diese große Zahl der Herrenhäuser verdeutlicht, wie prägend die Schlösser und Herrenhäuser im Ostseeraum sind."

Durch eine Fördermittelzusage des Bundes über 2,59 Millionen Euro sei bereits die Hälfte der benötigten Mittel gesichert. "Es wäre wünschenswert, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern die andere Hälfte übernimmt". Mit einem Projektstart rechnet der Forschungsverbund, der an der Universität Greifswald angesiedelt ist, bereits für 2021.

Als Standort für das Herrenhauszentrum ist den Angaben zufolge auch das Schloss Ludwigsburg bei Greifswald im Gespräch. Ludwigsburg gilt als einer der letzten noch vorhandenen mittelalterlichen Bauten der Pommernherzöge in Deutschland.

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