Armutsforscher: Corona-Krise fördert soziale Ungleichheit

Armutsforscher: Corona-Krise fördert soziale Ungleichheit

Der Armutsforscher Christoph Butterwegge hat der Bundesregierung vorgeworfen, in der Corona-Krise einkommensschwache Menschen zu vernachlässigen. Zwar habe der Staat Sozialschutzpakete auf den Weg gebracht, die Solo-Selbstständigen und Kleinunternehmern einen erleichterten Zugang zu Hartz IV verschafften, sagte Butterwegge am Samstag im Deutschlandfunk. An diejenigen, die sowieso zu den Ärmsten zählten, sei aber kaum gedacht worden.

Durch die Schließung von Tafeln und Kitas hätten zum Beispiel Familien, die Hartz IV bezögen, zusätzliche Lasten gehabt, sagte der Politikwissenschaftler, der bis zu seiner Emeritierung 2016 an der Universität Köln lehrte. Auch der Kinderbonus komme viel zu spät. Butterwegge forderte, den Solidaritätszuschlag für wirtschaftlich Benachteiligte in der Corona-Krise einzusetzen und wieder eine Vermögensteuer zu erheben. Die Gesellschaft müsse erkennen, dass das Geld von oben nach unten umverteilt werden müsse.

epd mih

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