Bode: Corona beschleunigt Entwicklung hin zu partizipativer Kirche

Bode: Corona beschleunigt Entwicklung hin zu partizipativer Kirche

Die Corona-Krise hat nach Auffassung des stellvertretenden Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Franz-Josef Bode, in der Kirche zu mehr Vielfalt und Selbstbestimmtheit der Gläubigen geführt. Corona habe Entwicklungen in der Pastoral beschleunigt, die es vorher schon gab, sagte der Osnabrücker Bischof am Mittwoch in Fulda bei der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe. Seit 2015 sei die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in der katholischen Kirche gewachsen. Dieser Trend habe sich verstärkt.

Das Reden über fehlende öffentlich gefeierte Gottesdienste habe die Wahrnehmung verzerrt, wie viele Menschen sich ehrenamtlich für das Glaubensleben eingesetzt hätten. Sie seien oft weitaus besser als die hauptberuflichen Seelsorger und Seelsorgerinnen mit den unterschiedlichen sozialen Situationen vor Ort vertraut, könnten Türen öffnen und Kontakte vermitteln. Das Selbstbewusstsein der Gläubigen sei aber in der Pandemie gewachsen, sagte Bode. Sie hätten viele Dinge selbstbestimmt und partizipativ gestalten können. Auch die ökumenische Zusammenarbeit sei gestärkt worden. Für andere Gläubige sei in der Corona-Zeit aber auch eine bisher schleichende Entfremdung vom Glauben und von der Kirche plötzlich offenkundig geworden und habe zum Abbruch ihrer Beziehungen zur Kirche geführt.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und der soziale Fragen, sieht in der Pandemie auch einen "Brandbeschleuniger" für Entwicklungen in der Kirche. So habe sich gezeigt, dass nach der Wiedereröffnung der Kirchen das Bedürfnis der Gläubigen, einen Gottesdienst zu besuchen, geringer gewesen sei als erwartet.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, in der Bischofskonferenz zuständig für die weltweite Kirche, sagte, dass kirchliche Werke, Diözesen und andere Einrichtungen in Deutschland seit März rund 40 Millionen Euro für Kirchen in ärmeren Ländern zur Verfügung gestellt hätten. Rund 30 Millionen Euro davon seien außerplanmäßige Mittel gewesen. Auch etliche Bischöfe und Priester in der weltweiten Kirche seien schon an Corona gestorben.

epd lmw/hei fu

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