EU-Asylreform: Kirchen gegen Verfahren an Außengrenzen

EU-Asylreform: Kirchen gegen Verfahren an Außengrenzen

Vertreter der großen christlichen Kirchen in Europa haben sich einen Tag vor der Vorstellung der neuen EU-Pläne zur Flüchtlingspolitik gegen Asylverfahren an den Grenzen ausgesprochen. "Wir verurteilen Aktivitäten, die Sicherheit- und Schutzsuchende an Europas Grenzen oder draußen halten sollen", heißt es in einem Brief an EU-Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Zu den Unterzeichnern gehören der Päpstliche Rat zur Einheit der Christen, der Ökumenische Rat der Kirchen, der Lutherische Weltbund, die Konferenz Europäischer Kirchen und die Anglikanische Kirche. Eine Fortsetzung des sogenannten Hotspot-Ansatzes, von Grenzverfahren und Externalisierung würde "viele neue Tragödien" schaffen, heißt es darin weiter.

Die EU-Kommission will am Mittwoch in Brüssel ihre Pläne vorstellen, deren Kernstück eine Reform des Dublin-Systems sein dürfte. Seit einiger Zeit ist ein neues Konzept im Gespräch. Danach würden an den EU-Außengrenzen Asylverfahren oder Vorprüfungen stattfinden, gefolgt von einer Umverteilung von Schutzsuchenden auf andere EU-Länder.

Für eine Reform des Dublin-Systems sind die Kirchenvertreter ebenfalls. An Aufnahme und Integration Schutzsuchender müssten sich alle EU-Staaten beteiligen. Mit Blick auf die Feuer im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos kritisieren die Christen tiefer liegendes Unrecht: Die EU und ihre Mitgliedstaaten würden internationale Verpflichtungen zum Flüchtlingsschutz und zu den Menschenrechten nicht erfüllen.

Der offene Brief greift auch die Berichterstattung der Medien auf. Die Presse sollte Migranten und Flüchtlinge die Chance geben, ihre Geschichte zu erzählen, sowie Stereotype und zu grobe Vereinfachungen unterlassen, fordern die Kirchenvertreter.

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