Steinmeier: Zurückliegendes Jahr für Juden "kein gutes"

Steinmeier: Zurückliegendes Jahr für Juden "kein gutes"

In einem Grußwort zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beschämt über antisemitische und rechtsextreme Straftaten in Deutschland geäußert. Es mache ihn zornig, jedes Jahr einen Anstieg dieser Taten verzeichnen zu müssen, erklärte Steinmeier in einer am Mittwoch veröffentlichten Botschaft zum Feiertag am 19. September. Das zurückliegende Jahr sei "leider kein gutes" gewesen, schreibt er darin mit Blick auf den antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019. An diesem Tag feierte die Gemeinde dort Jom Kippur.

"Mich erfüllt Scham und Zorn, wenn ich daran zurückdenke", erklärte Steinmeier. Es sei ihm auch "zuwider, den Gedankenbrei antisemitischer Verschwörungstheoretiker zur Kenntnis nehmen zu müssen, den sie im Internet und auf Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen kundtun". In Chatgruppen von Corona-Leugnern werden derzeit zuhauf antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet.

Steinmeier plädierte dafür, dem Hass mit Ehrlichkeit entgegen zu treten. Der Angriff auf die Synagoge in Halle stehe "in einer langen Reihe antisemitischer, menschenfeindlicher Gewalttaten in Deutschland", erklärte das Staatsoberhaupt. Steinmeier betonte, er wolle, dass sich Jüdinnen und Juden hierzulande zuhause fühlen. "Das aber wird erst dann der Fall sein, wenn sie sich in Deutschland, in ihrer Heimat, sicher und aufgehoben wissen", ergänzte er.

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