"Manchmal denke ich, hoffentlich geht das gut"

Campingplatz in Marina di Venezia mit Andacht draußen

©Kirche Unterwegs/Astrid Polzer

Andacht auf dem Campingplatz in Marina di Venezia in Italien, von "Kirche unterwegs" unter Corona-Hygienevorschriften.

"Manchmal denke ich, hoffentlich geht das gut"
Camping-Seelsorgerin Astrid Polzer macht wieder Andachten für Feriengäste
Andachten, Kinderstunden und noch mehr steht auf dem Programm der Mitarbeitenden des Freizeitprojekts "Kirche unterwegs" der bayerischen evangelischen Landeskirche. Auf den Campingplätzen in Bayern und Italien sind sie im Einsatz, um für die Menschen da zu sein.

Die Mitarbeitenden des Freizeitprojekts "Kirche unterwegs" der bayerischen evangelischen Landeskirche sind in diesen Sommerwochen trotz Coronakrise wieder auf bayerischen Campingplätzen und in Italien im Einsatz. Sie bieten dort Andachten, Kinderstunden und weiteres Programm. Die Hygienekonzepte wegen der Corona-Pandemie bedeuteten einen "verrückten Aufwand", sagt Pfarrerin Astrid Polzer im epd-Gespräch. Jeder Stift, jeder Stuhl, "alles was man in der Hand gehabt hat, muss man hinterher desinfizieren". Die Vorschriften seien zudem an jedem Campingplatz etwas anders.

Pfarrein Astrid Polzer ist glücklich, wieder Andachten mit dem Freizeitprojekt "Kirche Unterwegs" halten zu dürfen.

"Aber wir haben uns gesagt, wenn wir jetzt nicht für die Menschen da sind, wann dann." Und die ehrenamtlichen Mitarbeiter hätten gesagt, sie müssten mal wieder raus.

Von den Campingplatzbesitzern erhielten die Teams der "Kirche unterwegs" positives Feedback. "Sie ermöglichen uns alles", freut sich Polzer, wenn für die Gottesdienste zusätzliche Bänke mit mehr Abständen aufgestellt werden müssen. Obwohl die Urlaubsregionen sehr voll seien, besuchten allerdings nicht mehr Menschen die Andachten und Gottesdienst. "Viele sind noch sehr vorsichtig", stellt Polzer fest. Wiederum gebe es aber auch solche, "die sich an keine Vorschriften halten wollen".

"Manchmal sitze ich da und denke, hoffentlich geht alles gut", räumt die Seelsorgerin ein. Aber dann erinnere sie sich daran, dass sie es im April noch für völlig unmöglich gehalten hatte, wieder Seelsorge für Urlauber anzubieten. "Da bin ich jetzt schon sehr dankbar."

Sehr gutes Konzept in Italien

Besonders positive Erfahrungen hat die Campingseelsorgerin bei ihrem Einsatz in Marina di Venezia in Italien gemacht. Die Italiener hätten ein sehr gutes Konzept, die Mitarbeitenden müssten sich sehr strikt an alle Vorgaben halten, aber man ermahne dort nicht die Leute, die im Urlaub Erholung suchen.

Polzer beobachtet derzeit bei ihren Aufenthalten an den fränkischen Seen staunend den Urlauberansturm. "Das habe ich so noch nicht gesehen", sagt sie. Besonders Wohnmobilstellplätze seien wie an Pfingsten wieder bis zum letzten Winkel vollgestellt. Am vergangenen Sonntag hätte sie nach ihrem Dienst noch Lust auf einen Abstecher an den See gehabt, sagt Polzer, als sie aber die vielen Besucher gesehen habe, sei sie doch lieber nach Hause gefahren.