Diakonie bestürzt über Morddrohungen wegen Stellenanzeige

Diakonie bestürzt über Morddrohungen wegen Stellenanzeige

Die Diakonie Michaelshoven in Köln hat sich bestürzt über Reaktionen auf eine Stellenanzeige für eine Inobhutnahmegruppe für Kinder in Corona-Quarantäne geäußert. "Wir haben in den vergangenen Tagen zu dieser Thematik sachliche Nachfragen erhalten, aber leider auch zahlreiche Droh- und Hassmails bis hin zu Morddrohungen", teilte die Diakonie mit. In der Stellenanzeige hatte der evangelische Wohlfahrtsverband eine pädagogische Fachkraft für eine Gruppe von bis zu sieben Kindern und Jugendlichen gesucht, die entweder wegen eines Corona-Verdachts oder einer Infektion im nahen Umfeld unter Quarantäne stehen.

"Uns ist bewusst, dass das Thema Inobhutnahme in der vergangenen Woche in einigen Medien intensiv diskutiert wurde", erklärte die Diakonie. Bei dem Angebot gehe es aber nicht darum, Kinder und Jugendliche aus einem intakten Elternhaus zu nehmen. Vielmehr gehe es um Kinder und Jugendliche, die "entweder durch ihr häusliches Umfeld akut gefährdet sind oder bereits in einer Jugendhilfeeinrichtung leben" und möglicherweise noch infiziert seien.

Diese Kinder seien nur vorübergehend durch das Jugendamt in der Gruppe untergebracht, bis eine mögliche Infektion geklärt sei, "damit sie im Falle einer Infektion Kinder und Jugendliche in anderen Einrichtungen/Wohngruppen nicht anstecken". Die Diakonie habe das Angebot auf Wunsch des Jugendamtes auch geschaffen, weil gefährdete Kinder und Jugendliche während der vergangenen Monate aufgrund der Corona-Pandemie oft keine adäquaten Hilfen erhalten hätten.

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