Marburger Bund-Chefin: Masken im Unterricht machen keinen Sinn

Marburger Bund-Chefin: Masken im Unterricht machen keinen Sinn

Die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna hat eine Maskenpflicht im Schulunterricht, wie sie Nordrhein-Westfalen verordnet hat, kritisiert. "Wenn alle auf ihren Plätzen sitzen und Abstand sichergestellt ist, macht das Tragen von Masken während der Unterrichtsstunden überhaupt keinen Sinn und wäre eine überflüssige Behinderung", sagte Johna der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Sinnvoll ist die Maske dann, wenn es eng wird, etwa beim Verlassen der Klasse, vor dem Schulkiosk oder auf dem Pausenhof, wenn mehrere Klassen gleichzeitig Pause haben."

Die Rückkehr zum Regelbetrieb, den ab Montag weitere Bundesländer vorsehen, hält Johna trotz ansteigender Infektionszahlen und zweier schon wieder geschlossener Schulen in Mecklenburg-Vorpommern für geboten. "Der Schulbetrieb ist eine Großveranstaltung, die wir uns leisten müssen", sagte sie. Die meisten Schulen hätten gute Hygienekonzepte entwickelt, so dass die Rückkehr zum Unterricht jetzt vertretbar und richtig sei.

Zur Abwendung einer zweiten Corona-Welle forderte Johna strengere Quarantäneregeln für Menschen, die an sogenannten Superspreading-Events beteiligt waren. "Wer nachweislich einem Cluster zuzuordnen ist und mit vielen Mitbewohnern zusammenlebt, sollte nicht zu Hause isoliert werden", betonte sie. "Für solche Personen müssen wir eine besondere Quarantänesituation anbieten, etwa in Hotels, und sie für eine Woche auch von ihrer Familie oder anderen Mitbewohnern fernhalten."

Nach Massenansteckungen sollten nicht nur die danach positiv Getesteten, sondern auch deren Kontaktpersonen isoliert werden. Dafür brauche es aber die Akzeptanz der Gesellschaft: "Helfen würde es, die Quarantäne-Zeit von 14 Tagen auf die Hälfte zu verkürzen", sagte Johna. "Nach sieben Tagen sind Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gar nicht mehr oder kaum noch ansteckend, wie wir inzwischen wissen."

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