Sächsische Landeskirche untersucht Missbrauchsfälle in Kirchgemeinde

Sächsische Landeskirche untersucht Missbrauchsfälle in Kirchgemeinde
In einer evangelischen Kirchgemeinde im erzgebirgischen Pobershaus bei Marienberg ist es nach Angaben der Landeskirche in den 1990er Jahren zu sexuellen Übergriffen gekommen. Die Vorfälle seien innerkirchlich 2019 bekanntgeworden, teilte die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens am Freitag in Dresden mit. Die weitere notwendige Aufarbeitung übernehme eine Kommission mit externen Experten.

Laut sächsischem Landeskirchenamt hatte sich ab Mitte der 1990er Jahre ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Kirchgemeinde im Rahmen der Kurrende mehreren Mädchen im Alter von elf bis 15 Jahren sexuell genähert. Nach dem Bekanntwerden 2019 sei er von allen kirchlichen Tätigkeiten suspendiert worden.

Die Kirchgemeinde habe sich "verantwortlich und engagiert um die Aufarbeitung vor Ort bemüht", hieß es. Die betroffenen Frauen seien zudem von Vertretern der Landeskirche beraten worden.

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz sprach am Freitag von einer "großen Betroffenheit und Scham, dass diese Taten im kirchlichen Kontext erfolgt sind." Er sehe die Landeskirche in der Verantwortung.

"Wir sind es den Opfern, unserer Kirche und der Gesellschaft schuldig, uns damit auseinanderzusetzen, wie es dazu kommen konnte", sagte Bilz: "Und wie wir verhindern, dass solche Dinge zukünftig wieder passieren können."

In der sächsischen Landeskirche gibt es seit 2010 eine Anlaufstelle für Fälle sexualisierter Gewalt. Zudem wurde für die Kinder- und Jugendarbeit ein Verhaltenskodex für Mitarbeiter festgelegt

 

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