EKD-Ratsvorsitzender für mehr Kooperation mit anderen Akteuren

EKD-Ratsvorsitzender für mehr Kooperation mit anderen Akteuren
Die Kirche muss nach Einschätzung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, stärker mit anderen gesellschaftlichen Akteuren zusammenarbeiten.

Im Mittelpunkt müsse das Engagement für Menschen in Not stehen, sagte er der Berliner Tageszeitung "Neues Deutschland" (Samstag): "Wenn es politische Ursachen sind, die die Not bedingen, muss die Kirche auch an diesen rütteln."

Zum Engagement für Menschen in Not gehöre auch die Seenotrettung auf dem Mittelmeer, betonte der Theologe. Eine Möglichkeit, die Migranten nicht nach Europa, sondern an andere sichere Orte zu bringen, gebe es nicht. Deshalb müsse ihnen ein faires Asylverfahren in Europa möglich gemacht werden. Ein zusätzliches Seenotrettungsschiff, die "Sea-Watch 4", soll auf Initiative der evangelischen Kirche und von Seenotrettern in wenigen Wochen auslaufen.

"Zeichen setzen, zur Stelle sein"

"Es ist natürlich eine ungewöhnliche Sache, dass die große alte Institution Kirche mit einer zivilen Seenotrettungsorganisation zusammenarbeitet", sagte Bedford-Strohm. Dies sei jedoch auch Ausdruck einer sich verändernden Kirche, die gesellschaftliche Allianzen bilde. "Die Kirche muss gesellschaftliche Zeichen setzen, zur Stelle sein, wenn Menschen in Not sind", betonte der bayerische Landesbischof.

"Ich glaube, hier zeigt sich ein Stück Zukunft der Kirche", sagte Bedford-Strohm: "Eine agile und mutige Gemeinschaft, mit der man sich identifizieren kann. Die auch etwas riskiert und Position bezieht. Ein tiefer Glaube, der gleichzeitig leidenschaftlich für die Welt und für die Menschen in Not kämpft."

 

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