Der klösterliche Kräutergarten "Hortulus" auf der Insel Reichenau

 Klostergarten auf der Insel Reichenau

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Im Klostergarten von Kloster Reichenau wachsen Heilkräuter und Nutzpflanzen seit Jahrhunderten, wie diese Madonnenlilien, die für Reinheit stehen..

Der klösterliche Kräutergarten "Hortulus" auf der Insel Reichenau
Im 9. Jahrhundert schrieb der Reichenauer Abt Walahfrid Strabo sein Lehrgedicht "Hortulus" - das erste Zeugnis über den Gartenbau in Deutschland. Noch heute wachsen viele mittelalterliche Pflanzen und Kräuter im Kräutergarten auf der Klosterinsel.

Angenehm geschützt sitzt man am Rand des umzäunten Kräutergartens auf der Klosterinsel Reichenau. Um den Hortulus breitet sich ein weitläufiges Wiesenareal aus, begrenzt vom Münster mit seinen unterschiedlichen Baukörpern. "Wirkt der gotische Chor nicht wie ein schreiender Gegensatz zum romanischen Kirchenschiff?", fragt Ingrid Günther, gelernte Gärtnerin und Guide auf der Klosterinsel Reichenau. Die ältesten Teile des Münsters wurden bereits 816 geweiht.

Der Klosterbezirk Mittelzell Insel Reichenau von 1707 mit Weinanbaugebiet.

Wer den Garten besucht, erfährt zugleich das Wichtigste über die Insel: Gegründet wurde das Kloster im Jahr 724 von Wanderbischof Pirmin und es entwickelte sich rasch. Es war ein Benediktinerkloster, also ein Konvent, wie Günther erklärt: "Das abgeschlossene Kirchenareal umfasste immer auch Obst-, Gemüse- und einen Kräutergarten." Wobei die Insel Reichenau tatsächlich komplett als Kloster galt, als heilige Erde - der Galgen stand am Gnadenseeufer gegenüber, in Allensbach. Die heutige Mauer wurde erst im 15. Jahrhundert gebaut, lange nach der Blütezeit des Klosters.

Der Kräutergarten war klein, aber essenziell. Im berühmten Sankt Galler Klosterplan, der um 827 auf der Reichenau gezeichnet wurde, findet er sich neben dem Haus des Arztes mit der Apotheke, nahe beim Krankenhaus. Auf der Reichenau wurde allerdings nicht nur entworfen, sondern auch dupliziert: "Die Reichenau war der Copyshop des Mittelalters", sagt Günther. Die Mönche schrieben und zeichneten wertvollste Bücher für die Höfe Europas, die meisten auf Bestellung.

St. Georg auf der Insel Reichenau mit Gemüseanbau.

Walahfrid Strabo war einer der bedeutendsten Dichtermönche des Mittelalters: Zwischen 830 und 840 schuf er das Lehrgedicht "De cultura hortorum", kurz Hortulus, also Gärtlein, genannt. Es war die erste Kunde vom Gartenbau in Deutschland. Schon als junger Kaplan war Strabo Erzieher Karls des Kahlen gewesen, 842 wurde er zum Abt des Klosters Reichenau berufen. Dennoch scheute er sich nicht, im Garten mit anzupacken, zu harken oder Mist auszubringen: "Ohne der Hände Arbeit kann nichts gedeihen", fasst es Günther zusammen. Über jede einzelne Pflanze und ihre Wirkungsweise schrieb er kurze Abhandlungen.

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Die Hausapotheke auf dem Balkon

Drei Töpfe mit Lavendelpflanzen

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Drei Töpfe mit Lavendelpflanzen

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Der Lavendel hilft beim Einschlafen, beruhigt die Nerven und verströmt einen angenehmen Duft. Er hält Blattläuse von Rosen und Kopfläuse von Kinderköpfen fern.

Flachs

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Der Flachs wird auch Leim genannt, die Kulturpflanze dient zur Ölgewinnung. Leinsamen helfen bei Verdauungsbeschwerden - als regionales Powerfood im Müsli und auf dem Körnerbrötchen.

Lila Sonnenhut mit Hummel

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Der Sonnenhut stärkt die Abwehrkräfte und erblüht in bunten Rosa-, Gelb- und Orange-Tönen in heimischen Gärten und Balkonkästen. Im Volksmund wird er der stachelige Sonnenhut auch als Igelkopf bezeichnet.

Jasminpflanze

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Der Jasmin stammt aus Persien und ist seit dem 16. Jahrhundert bei uns heimisch. In Tees, aber auch in Cremes und Massageölen entfaltet er seine schmerzstillende, krampflösende Wirkung. Auch auf die Psyche hat der Jasmin eine positive Wirkung und verspricht Ruhe für angestrengte Gemüter.

Fenchel und Frauenmantel

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Die Speisekarte hat der Fenchel schon lange erobert, zumindest seine Knolle. Auch seine samentragenden Früchte und Wurzeln finden in der Heilmedizin breite Anwendung, als Tee hilft er gegen Blähungen und Husten. Wegen seiner Verdienste in der Frauenheilkunde bekam der Frauenmantel seinen Namen.

Kamillenblüten

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An den Wegesrändern und Feldern begegnet einem die wilde Kamille ebenso wie ihre gezüchtete Version im Tee-Regal. Die Kamille wirkt krampfstillend und entzündungshemmend, sowohl in Tees als auch als Tinktur.

Thymian und Minze

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Thymian spielt selten die Hauptrolle, in den Kräutern der Provence teilt er sich den Ruhm mit Bohnenkraut und Rosmarin. Als Heilpflanze hilft er gegen Husten, geschmacklich halten das jedoch die wenigsten für einen großen Auftritt. Die Minze hat die deutschen Balkone längst erobert. Bei Ananas-, Schoko-, und Pfefferminze kann man schon mal den Überblick verlieren: Die Minze gibt es in über 30 Variationen, sie hilft bei Magen- Darmbeschwerden und Kopfschmerzen.

Rosen in Blumenkübeln

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"Für Dich soll's rote Rosen regnen…" Als Liebesbeweis kennen wir die Rose und ihren betörenden Duft, der auch in Salben und Cremes ein beliebter Inhaltsstoff ist. Getrocknete Rosenblüten finden als Tee innerliche und äußerliche Anwendung. Er stärkt das Herz und hilft bei Kopfschmerzen und Schwindel.

Malvenblüte lila

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Gegen grippale Infekte, Husten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum ist die wilde Malve ein beliebtes Heilkraut. In seinem kräuterkundlichen Lehrwerk aus dem 16. Jahrhundert füllt Pietro Andrea Mattioli mit der Malve und ihren heilenden Wirkungen vier Seiten seines Werkes, eine echte Allzweckwaffe.

Ringelblumen als Öl

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Die Blüten der Ringelblume können zu Salben, Cremes und Tinkturen verarbeitet werden und befördern die Wundheilung. Hildegard von Bingen entdeckte die heilende Wirkung der Calendula.

Türkischer Drachenkopf

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Der türkische Drachenkopf mag es gerne sonnig, als Balkonpflanze und im Staudenbeet verströmt er einen angenehmen Duft, an dem auch die Bienen ihre Freude haben. Drachenkopf wirkt anregend auf die Leber- und Gallentätigkeit und er hilft bei Magenschmerzen und Verdauungsproblemen.

Limonade mit Zitronenmelisse

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Vom Unkraut zur Kräuterlimo, die Zitronenmelisse erobert mit ihrem frischen Geschmack die Getränkeregale und Straßencafés. Die Melisse hat eine beruhigende Wirkung, sie hilft bei Schlafstörungen und leichter Reizbarkeit.

Das war nicht ausschließlich die Heilkunst: Der Muskateller-Salbei, der im Juni seine Blüten in langen lila Rispen entfaltet, wurde beispielsweise zum Verfeinern des Weines verwandt. "Die Blätter wurden mit gekeltert", weiß Günther, "um den Muskatellergeschmack zu erreichen". Denn Muskateller-Trauben wuchsen nicht auf der Reichenau, wo man zu Klosterzeiten auf 200 Hektar Wein anbaute. Heute sind es etwa 22 Hektar. Und noch heute wird beim Münster gekeltert, Wand an Wand mit der Mesmerei. Inzwischen übrigens auch Muskateller.

Zu jeder Jahreszeit blühen andere Heilpflanzen im Kräutergarten der Insel Reichenau.

"Leuchten blühet Salbei ganz vorne am Eingang des Gartens, süß von Geruch, voll wirkender Kräfte und heilsam zu trinken", heißt es bei Walahfrid zum Garten-Salbei. Der wächst aktuell an anderer Stelle, denn der Fruchtwechsel sei notwendig für die Böden, sagt Günther. Die Anordnung und Größe der Beete entspricht jedoch dem Original: 1991 wurde der Garten in alten Maßen neu angelegt.

Wertvolle Zierpflanzen

Als wertvoll galten auch Zierpflanzen wie Rosen: "Im Mittelalter wurden sie vor den Hospitälern gepflanzt, um den Kranken neue Energie zu geben", berichtet Günther. "Die Rose ist ein Sinnbild für Blut, und wer viel Blut hat, hat viel Kraft. Die Lilie steht wiederum für die Reinheit."

Es gab Zier-und Färbepflanzen, Würz- und Heilpflanzen und weitere mit speziellen Aufgaben: Die Wurzel der Deutschen Schwertlilie, bis heute wegen ihres Duftes irreführend als "Veilchenwurzel" im Bio-Handel, diente als Beißring für zahnende Kinder. Wirksam war sie durch den hohen Stärkegehalt des Rhizoms, den Strabo als nützlich zur Behandlung von Weißwäsche beschrieb.

Bildergalerie

Zur Vorbereitung auf den Klosterurlaub: Diese Klostertypen gibt es

Kloster Maulbronn

Foto: epd-bild/Gustavo Alabiso

Kloster Maulbronn

Foto: epd-bild/Gustavo Alabiso

<p>Das <a href=" https://www.kloster-maulbronn.de/start/">Kloster Maulbronn</a> in Baden-Württemberg wurde Mitte des 12. Jahrhunderts von Zisterzienser-Mönchen gegründet. Mit der Reformation ging die Zeit der Mönche in der riesigen Klosterstadt jedoch zu ende. 1556 wurde in den ehemaligen Klostermauern dann eine evangelische Klosterschule eröffnet, auf der unter anderem Schriftsteller wie Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse die Schulbank drückten.</p>

Seit 1993 ist das Kloster Maulbronn, das als die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen gilt, UNESCO-Weltkulturerbe. Rund 230.000 Menschen besuchen Maulbronn jedes Jahr. Deswegen gehört die Anlage in die Kategorie "Kloster als Sehenswürdigkeit".

Kloster Frauenwörth

Foto: Credit: aerial-photos.com/Alamy

<p>Die <a href="https://www.frauenwoerth.de/">Benediktinerinnen-Abtei Frauenwörth</a> im Chiemsee wurde der Überlieferung nach bereits um das Jahr 772 von Bayernherzog Tassilo III. gegründet. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Abtei im Zuge der Säkularisation aufgelöst, 1901 aber wurde das katholische Kloster erneut zur Abtei erhoben. Die Abtei Frauenwörth hat einen eigenen Klosterladen, bietet in einem Seminarhaus Kurse und Seminare sowie eine Reihe von Zimmern in verschiedenen Kategorien an.
Die Abtei an sich sieht sich selbst ausdrücklich nicht als Hotel an, nimmt aber gerne Gäste für Stille Tage der Besinnung und Einkehr an. Geistliche Gespräche mit einer der Schwestern sind für diejenigen, die dieses Angebot wahrnehmen, durchaus möglich.</p>
Bezeichnend für ein sogenanntes "Seminar-Kloster" ist laut <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a> die Tatsache, dass sie ihre Räumlichkeiten als Bildungsstätte für spirituelle und nicht-spirituelle Angebote nutzen und einen professionellen Tagungs- und Hotelbetrieb anbieten, der häufig mit Hilfe Außenstehender betrieben wird.

Kloster Arenberg

Foto: epd-bild/Lothar Stein

<p>Das <a href="https://kloster-arenberg.de/">Kloster Arenberg</a> in Rheinland-Pfalz wurde gegen Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Dort leben derzeit 65 katholische Schwestern der heiligen Katharina von Siena im Orden des heiligen Dominikus. "Erholen, begegnen, heilen" lautet das Konzept von Kloster Arenberg, das neben einem Geistlichen- auch ein umfangreiches Seminar-, Fitness- und Wellnessangebot bietet.</p>
Der Fokus der sogenannten "Wellness-Klöster" liege auf den gesundheitlichen Aspekten und nicht auf religiösen oder spirituellen, so <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a>. Als eine große Herausforderung der "Wellness-Klöster" sieht sie den Spagat zwischen Authentizität und Attraktivität für die Besucher. "Wellness-Klöster" eignen sich ihrer Einschätzung zufolge besonders für Menschen, die sich zeitgleich um ihre körperliche und um ihre geistige Gesundheit kümmern möchten.

Kloster Wennigsen

Foto: CC BY-SA 3.0/Wikipedia

<p>Das <a href="http://www.kloster-wennigsen.de/">Kloster Wennigsen</a> gehört zu den fünf Calenberger Klöstern in der Region Hannover, die von der <a href="https://www.klosterkammer.de/">Klosterkammer Hannover</a> betreut werden. Die noch erhaltenen Gebäude entstanden in der Barockzeit, die Geschichte des Klosters reicht jedoch deutlich weiter zurück: im 13. Jahrhundert wurde es als Stift für Augustiner-Chorfrauen gegründet. Mit der Reformation erfolgte der Übergang zu einem evangelischen Damenstift – noch heute lebt dort eine von der hannoverschen Landekirche anerkannte geistliche Frauengemeinschaft. Sie öffnen ihre Zimmer für Gäste, die sich selbst versorgen und selbstbestimmt zur Ruhe kommen möchten – bieten ihnen aber auch zweimal am Tag die Teilnahme an der Meditations- und Gebetszeit an.</p>
<a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a> zufolge bieten alternative Klöster ihren Besuchern ein kleines seelsorgerisches Programm sowie einige ausgewählte Kurse oder Veranstaltungen zu religiösen Themen. Die Verpflegung muss entweder komplett selbst übernommen werden oder aber zumindest zu großen Teilen. Gemeinsame Gottesdienste, Gebet und Gespräche sind bei diesem Typus willkommen.

Kloster Sonnenhof

Foto: Kloster Sonnenhof

<p>Das <a href="http://www.sonnenhof-grandchamp.org/">Kloster Sonnenhof – Haus der Stille</a> im schweizerischen Kanton Baselland wird von den Schwestern von Grandchamp bewohnt. Die Kommunität Grandchamp ist eine Gemeinschaft von Schwestern, die aus unterschiedlichen Kirchen und verschiedenen Ländern kommen. Sie wurde in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegründet.</p>
Die Schwestern empfangen Mitglieder anderer Gemeinschaften sowie Frauen und Männer, die für einige Tage in der Stille innehalten und sich erneuern möchten. Eine Schwester begleitet jeden Einzelgast. Sie führt in das Leben der Kommunität ein, in die Stundengebete, in die gemeinsam mit den Schwestern im Schweigen eingenommenen Mahlzeiten. Das alles kennzeichnet <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a> zufolge ein traditionelles Kloster: gemeinsame Gebete und Gespräche, die Öffnung des Ordens gegenüber den Gästen und das geistige Angebot oft ohne Erwerbsabsicht.

Kloster Hegne

© Haus St. Elisabeth

<p>Im <a href="https://www.kloster-hegne.de/kloster.html">Kloster Hegne </a> am Bodensee lebt die katholische "Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz". Der bauliche Kern des Klosters ist das aus dem 16. Jahrhundert stammende Schloss Hegne, das die Gemeinschaft im Jahr 1892 erwarb. Neben der Möglichkeit, bis zu drei stille Tage im Haus Hildegard zu verbringen, betreibt das Kloster Hegne auch das professionelle <a href="https://www.st-elisabeth-hegne.de/hotel_st_elisabeth.html ">Tagungs- und Ferienhotel St. Elisabeth</a>.</p> Dieser Teil des Klosters Hegne entspricht der Definition, die <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Aline Sommer</a> für <a href="https://www.st-elisabeth-hegne.de/hotel-st-elisabeth.html">Hotelkloster</a> festgelegt hat: St. Elisabeth bietet modern ausgestattete Zimmer mit Fernsehen in vier Preiskategorien und Tagungsräume verschiedener Größe. Ein Jahresprogramm bietet ein breites Spektrum spiritueller und kultureller Angebote, Möglichkeiten der Begleitung und Beratung und Angebote, das Kloster zu erleben. Zugleich ist Kloster Hegne als Verehrungsort der seligen Ulrika Nisch Pilgerstätte und seit Jahrzehnten Ziel ungezählter Pilgerinnen und Pilger.
Klöster dieser Art haben sich professionell auf den modernen Tourismus eingestellt und sind Sommer zufolge auch für Menschen interessant, die sich noch nicht zu sehr auf den Klosteralltag einlassen möchten.

Communität Christusbruderschaft

Foto: epd-bild/Michael McKee

<p>Die <a href="https://christusbruderschaft.de/de/direct/">evangelische Communität Christusbruderschaft </a> wurde 1949 gegründet und zog noch im gleichen Jahr ins oberfränkische Selbitz. In der Communität leben die Schwestern und Brüder nach alten Mönchsregeln: Armut, Keuschheit und Gehorsam. Neben dem regulären Angebot gibt es auch noch spezielle Angebote für alle, die länger und enger in und mit der Gemeinschaft zusammenleben wollen: "Atem-holen" für Mitarbeiter der evangelischen Landeskirche Bayern, "Kloster auf Zeit" und "Experiment: Leben teilen".</p>
Diese Möglichkeit wirklich Teil des Klosteralltags zu werden, macht die Kommunität zu einem ursprünglichen Kloster nach <a href="https://www.spiritueller-tourismus.de/wp-content/uploads/2014/10/Sommer-Aline-SpirituellerTourismus.pdf">Sommers</a> Definition. Es wird erwartet, dass sich die Besucher in dieser Zeit auf den Klosteralltag einlassen, mitleben und auch mitarbeiten. In ursprünglichen Klöstern sind Aufenthalte von mehreren Wochen oder sogar Monaten möglich.

Kloster Loccum

Foto: epd-bild/Jens Schulze

<p>Das <a href=" http://www.kloster-loccum.de/"> Kloster Loccum </a> in Niedersachsen wurde 1163 von Zisterzienser-Mönchen gegründet und wechselte um das Jahr 1600 zum evangelisch-lutherischen Glauben. Bis heute gehört es offiziell zum Orden der Zisterzienser und zur "Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland". Seit etwa 300 Jahren dient es als Predigerseminar für angehende Pastorinnen und Pastoren der hannoverschen Landeskirche. </p>
Dadurch, dass das Kloster Loccum am <a href="http://www.loccum-volkenroda.de/der-weg/">Pilgerweg Loccum-Volkenroda </a> liegt, kann man es als Kloster am Pilgerweg kategorisieren.

Wermut ist im Magenbitter gebräuchlich, Fencheltee hilft gegen Blähungen. Die Schafgarbe wird wegen ihrer filigranen, sanft geschwungenen Blätter auch "Augenbraue der Venus" genannt und wirkt blutstillend. "Der Kräutergarten war die Trickkiste des Mittelalters", sagt Günther.

Last but not least pflegten die Gläubigen auch Symbolpflanzen, die der Abwehr des Bösen dienten. Im Hortulus des Walahfrid Strabo zeigt Günther die gelb blühende Weinraute. Wer genau hinsieht, kann darin die feine Kreuzblume erkennen, die auch in die Baukunst Eingang fand. Doppelt verankert hilft bekanntlich auch doppelt.

Besichtigung: Der Kräutergarten beim Münster St. Maria und Markus ist jederzeit geöffnet und frei zugänglich.
Führungen und Anfragen über die Tourist-Information Reichenau Pirminstraße 145, Tel. 07534/9207-0,