Trauerfeier für ermordeten George Floyd in den USA

Trauerfeier für ermordeten George Floyd in den USA
In einem Trauergottesdienst im US-Bundesstaat North Carolina haben am Samstag (Ortszeit) Hunderte Menschen Abschied genommen von dem Afro-Amerikaner George Floyd, der bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet wurde.

In dem rund 5.000 Einwohner zählenden Ort Raeford war der Leichnam des 46-Jährigen in einem goldfarbenen Sarg aufgebahrt. George Floyd sei nicht umsonst gestorben, sagte der Baptistenpastor Christoppher (rpt. Christoppher) Stackhouse. Floyds Tod sei der Funken einer neuen Bewegung.

George Floyd war am 25. Mai in Minneapolis in Minnesota von einem weißen Polizisten getötet worden, der sein Knie minutenlang auf den Hals des am Boden Liegenden gedrückt hatte. Seitdem protestieren in den USA landesweit Menschen gegen Polizeigewalt. Auch am Wochenende gingen in Washington und in vielen weiteren US-Städten wieder Zehntausende Menschen gegen Rassismus auf die Straße.

Pastor: Gottes Hand sei in Bewegung

Bei den Kundgebungen gegen Polizeigewalt sehe man nicht nur Schwarze, sondern auch viele Weiße und Latinos, sagte Pastor Stackhouse in seiner Predigt: Gottes Hand sei in Bewegung. An dem Gottesdienst in Raeford nahmen in der Umgebung lebende Angehörige, darunter Floyds Schwester Bridgett Floyd, und Freunde teil.  

Der örtliche Sheriff Hubert Peterkin forderte Kollegen zum Neuanfang auf. Die jungen Leute erklärten bei den Kundgebungen, es gebe keinen Frieden ohne Gerechtigkeit. "Wir müssen auf sie hören", sagte Peterkin in seiner Traueransprache. Die Polizei sei beim Rassismus "Teil des Problems".

Der Kongressabgeordnete Richard Hudson sagte, es sei "nicht akzeptabel", dass schwarze Eltern sich um ihre Kinder sorgen müssten, wenn diese aus dem Haus gingen. Derzeit fänden überall im Land wichtige Gespräche statt. Die Amerikaner hätten eine Chance, sich zusammen zu tun, in der Empörung, sagte der republikanische Politiker.

Beisetzung des Leichnahms in Houston

Am kommenden Dienstag ist eine weitere Trauerfeier für Floyd in der "The Fountain of Praise"-Megakirche in Houston in Texas geplant. Bislang unbestätigten Berichten zufolge will Ex-Vizepräsident und Präsidentschaftskandidat Joe Biden daran teilnehmen. Floyd soll in Houston beigesetzt werden. Der ehemalige Profiboxer Floyd Mayweather übernimmt Medienberichten zufolge die Kosten der Bestattung.

George Floyds Bruder Philonise Floyd sagte in dem Sender CNN, er habe am Telefon mit Biden und mit Präsident Donald Trump gesprochen. Das Telefonat mit Trump sei sehr kurz gewesen und das mit Biden "großartig". Es habe zehn bis fünfzehn Minuten gedauert. George Floyd kam in Fayetteville (North Carolina) zur Welt, die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in Houston.

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