Katholischer Reformdialog wird bis 2022 verlängert - wegen Corona

Katholischer Reformdialog wird bis 2022 verlängert - wegen Corona

Der katholische Reformdialog wird bis Februar 2022 dauern. Die zweite Vollversammlung des sogenannten Synodalen Wegs wird wegen der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht wie geplant stattfinden, teilten die katholische Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken am Freitag in Bonn mit. Statt eines Treffens mit allen 230 Delegierten in Frankfurt am Main wird es fünf Regionalkonferenzen geben. Diese finden in Berlin, Dortmund, Frankfurt, Ludwigshafen und München zeitgleich am 4. September statt. Damit wurde das ursprünglich vom 3. bis 5. September geplante Treffen auf einen Tag verkürzt.

"Bei den Regionalversammlungen im September werden wir die Hygieneregeln einhalten können", sagte der Präsident des Zentralkomitees, Thomas Sternberg, der "Süddeutschen Zeitung". "Wir werden unseren Weg weitergehen, nun etwas länger als geplant." Auch für die Synodaltagung im Februar 2021 in Frankfurt werden größere Tagungsräume gesucht. Die erste Synodalversammlung hatte im vergangenen Februar im Dominikanerkloster stattgefunden.

Der Synodale Weg ist ein innerkatholischer Reformdialog, den die Bischofskonferenz und die wichtigste Laienorganisation der Katholiken, das Zentralkomitee, vereinbart haben, um über die Lehren aus dem Missbrauchsskandal sprechen. Die vier Themenforen beschäftigen sich mit klerikalem Machtmissbrauch, priesterlichen Lebensformen und dem Zölibat, der Rolle der Frauen in der Kirche und der katholischen Sexuallehre.

Die Corona-Krise habe auch inhaltliche Auswirkungen auf den Synodalen Weg, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing, in dem SZ-Interview. Die Krise sei so einschneidend, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne. "Unsere Fragen schärfen sich durch Corona sogar", sagte Bätzing, der erst im März zum Nachfolger von Kardinal Reinhard Marx in die Spitze der Bischofskonferenz gewählt worden war. Wenn in der Krise die Frauen die Verliererinnen seien, weil sie die Hauptlast in den Familien schulterten und beruflich zurücksteckten, dann stelle sich auch die Frage nach der Rolle der Frauen in der Kirche noch deutlicher.

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