Bätzing befürwortet Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Bätzing befürwortet Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat sich für die Segnung wiederverheirateter Geschiedener sowie schwuler und lesbischer Paare ausgesprochen. "Nicht wenige leiden darunter, dass ihre Beziehung nicht die volle kirchliche Anerkennung erfährt, etwa weil sie wiederverheiratete Geschiedene sind oder in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben", sagte der Limburger Bischof der Zeitschrift "Publik-Forum" (Ausgabe 29. Mai). "Sie warten auf Zeichen." Neben seinem Bistum gebe es etliche weitere, die "auf diesem Weg unterwegs" seien. Die Debatte solle in den Synodalen Weg eingebracht werden. "Die Zeit läuft uns weg", sagte Bätzing.

Der Reformprozess Synodaler Weg wurde von der Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken initiiert und dauert zwei Jahre. Die erste von vier Synodalversammlungen fand Anfang des Jahres in Frankfurt am Main statt. Vier Bereiche stehen im Zentrum: Neben der Rolle der Frau in kirchlichen Ämtern und der katholischen Sexuallehre wird auch über klerikalen Machtmissbrauch und die Zukunft des Priesteramts gesprochen.

Mit Blick auf die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern sagte Bätzing, darüber müsse weiter gesprochen werden. Denn die kirchlichen Argumente für das Nein zur Frauenordination würden vielfach nicht mehr angenommen. Er halte die Lösung der Frauenfrage "persönlich für die Allerwichtigste", sagte er. Den Beschlüssen der Synodalversammlung in Deutschland müsse idealerweise eine Synode in Rom folgen: "Was synodal entsteht, muss auch synodal geklärt und beantwortet werden!", betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz. "Darauf vertraue ich. Denn das ist das Neue, das mit Papst Franziskus stark geworden ist."

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