"Unser Traum fällt jetzt erst mal ins Wasser"

Hochzeit entfällt aufgrund Corona-Pandemie

© epd-bild/Sarah Tultz

Sarah und Christian Tultz wollten im Mai heiraten, doch dann machte ihnen die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung.

"Unser Traum fällt jetzt erst mal ins Wasser"
Paar muss Hochzeit wegen Coronavirus verschieben
Sarah und Christian Tultz wollten im Mai heiraten, doch dann machte ihnen die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Die zukünftige Braut erzählt, warum sie ihre kirchliche Trauung in Bamberg nun absagt - und wie es dem Paar damit geht.

"ich habe mit unserem Pfarrer telefoniert und gesagt, dass wir jetzt wirklich alles verschieben", sagt Sarah Tultz. Die 33-Jährige aus Erlangen, die vor einigen Monaten zu ihrem Verlobten Christian in das Bitburger Land in Rheinland-Pfalz gezogen ist, wollte am 23. Mai in der evangelischen Erlöserkirche in Bamberg heiraten. Eine typische Mai-Hochzeit sollte es werden, bei ersten sommerlichen Temperaturen, mit 80 Gästen aus ganz Deutschland, Luxemburg, der Schweiz und Frankreich.

Dann kam Corona: "Tja, Pustekuchen", fasst Religionspädagogin und Erzieherin Sarah Tultz die Situation resigniert zusammen. "Es nützt einfach alles nichts. Klar war uns der Termin sehr, sehr wichtig, aber noch wichtiger ist, dass wir alle gesund bleiben." Sarah und Christian konnten zumindest vor wenigen Tagen standesamtlich auf der Wasserburg in Rittersdorf heiraten - aber auch das ging nur mit Einschränkungen. "Eigentlich wollten meine Eltern und meine Trauzeugin aus Bayern anreisen, ich hätte sie so gerne dabei gehabt und wir haben wirklich in der Woche davor noch die Hoffnung gehegt, dass sie alle kommen können", erzählt Sarah am Telefon.

Dann überschlugen sich die Ereignisse, es gab erste Ausgangsbeschränkungen - und das verlobte Paar entschied, die Gäste auszuladen. Für Sarah eine schwere Entscheidung: "Das Verständnis war da, aber meine Eltern waren natürlich sehr traurig und auch ich habe geweint, weil niemand dabei sein konnte. Mein Mann meinte aber irgendwann, dass es am Ende doch das wichtigste sei, dass wir beide heiraten - egal, ob mit Gästen oder ohne. Und da hat er ja schon recht."

Nun muss die 33-Jährige auch ihren Besuchern für die kirchliche Hochzeit im Mai absagen: "Ich habe schon mit meinen Eltern und mit meiner Trauzeugin geredet und ein paar Mails geschrieben und viele werde ich jetzt einfach per WhatsApp informieren." Und dann hofft Sarah, die aktuell in einem Kindergarten in Bitburg arbeitet, dass sich die Nachricht auch verbreitet, denn viele Menschen hatte sie im Laufe der letzten Monate nur mündlich zum Traugottesdienst in die Erlöserkirche eingeladen, in die immerhin 700 Menschen passen.

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Trauspruch: Die 12 beliebtesten Bibelverse

So ist's ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft. Auch, wenn zwei beieinander liegen, w

Foto: jUliE:p/photocase.de

So ist's ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft. Auch, wenn zwei beieinander liegen, w

Foto: jUliE:p/photocase.de

So ist's ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft. Auch, wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein Einzelner warm werden? Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Foto: suze/photocase.de

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.

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Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.

Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!

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Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

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Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken.

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Lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken.

Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen

Foto: daaarta/photocase.de

Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können.

Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.

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Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.

Die Liebe hört niemals auf.

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Die Liebe hört niemals auf.

Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

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Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

Dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.

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Dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.

Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung,

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Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung,

Auch für Pfarrer Dieter Opitz aus Bayreuth, der das Paar eigentlich trauen sollte, ist die Absage herausfordernd: "So eine Situation, dass alle Gottesdienste und auch Trauungen abgesagt werden müssen, gab es noch nie in meinem Dienstleben. Da muss man schon erst mal schlucken", sagt Opitz. Insbesondere für die Brautpaare sei eine Absage "natürlich heftig", doch gleichzeitig ist sich Opitz sicher, dass die gesetzlichen Vorgaben alternativlos sind. "Auch wenn in das Recht der Versammlungsfreiheit und Ausübung der Religion eingegriffen wird, geht es letztlich um Menschenleben."

Paaren, deren Trauung in den nächsten Wochen ansteht, rät der Pfarrer: "Es werden immer mehr Veranstaltungen, die in den nächsten Monaten hätten stattfinden sollen, abgesagt, bis in den Sommer hinein. Ich halte es für besser, wenn auch Trauungen verschoben werden, zumindest auf den Juli." Opitz empfiehlt sogar, noch keinen Ausweichtermin festzulegen: "Besser wäre, sich erst dann festzulegen, wenn die ganzen Einschränkungen im Zusammenhang mit der Coronakrise nicht mehr gelten. Dann wäre man auf der sichereren Seite und könnte sich entspannter auf die Trauung vorbereiten."

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Hier kommt die Braut!

Brautkleid aus den 1910ern

Foto: akg-images

Brautkleid aus den 1910ern

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Anfang des 20. Jahrhunderts war Mode für Frauen noch einengend, Korsetts und lange Kleider bis zum Boden bestimmten das Bild. Auf jeden Fall galt: Bloß nicht zu viel Haut zeigen!

Brautkleid aus den 1920ern

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Ein neues Frauenbild entstand nach dem Ersten Weltkrieg: Das Korsett wurde abgelegt, bequeme Kleidung und ein androgyner Look waren en vogue. Dabei rutschte die Taille bis auf Oberschenkel-Höhe, der Rocksaum wurde dafür kürzer - zum ersten Mal zeigte frau Bein, sogar im Brautkleid.

Brautkleid aus den 1930ern

Foto: akg-images

In den 1930er Jahren wurde Mode wieder figurbetonter. Das Schönheitsideal der Frau war groß und schlank. Dementsprechend waren weiche, fließende Stoffe und enganliegende Ärmel angesagt - wie bei diesem Brautkleid, das auf einer Hochzeit in London im Jahr 1938 getragen wurde.

Brautkleid aus den 1940ern

Foto: akg-images / Album / COLUMBIA PI

Von der mädchenhaften Figur zur Sanduhr-Silhoutte: In den 1940er betonte die Mode wieder die weiblichen Rundungen, die Brautkleider waren ausladend-aufgebauscht. Schauspielerinnen wie Rita Hayworth (hier in ihrem Film "Reich wirst du nie" aus dem Jahr 1941) wurden zu Stilikonen.

Brautkleid aus den 1950ern

Foto: akg-images / Album / PARAMOUNT P

Nach den Kriegsjahren wurde Mode zum Ausdruck für ein besseres Leben. Eleganz wurde groß geschrieben - wadenlange, ausgestellte Röcke und enge Blusen prägten den Kleidungsstil. Accessoires wie Handtaschen und Pumps waren farblich aufeinander abgestimmt und Hüte erfreuten sich großer Beliebtheit, auch bei der Hochzeitsgarderobe: Die Braut von Welt trug nun nicht mehr länger Schleier.

Brautkleid aus den 1960ern

Foto: ClassicStock / akg-images / Corr

Die Hüte werden größer, die Kleider kürzer: In den 1960er sorgt der Minirock für Aufregung. Der Ausbruch aus starren Konventionen wird auch in der Modewelt als Befreiungsschlag gefeiert.

Brautkleid aus den 1970ern

Foto: akg-images / Mondadori Portfolio

Hippie- und Folklore-Mode ist in den 1970er Jahren angesagt. Je kürzer desto besser gilt nicht mehr, Frauen tragen wieder bodenlange Röcke und Kleider so wie auch die italienische Sängerin, Schauspielerin und Musikproduzentin Caterina Caselli auf ihrer Hochzeit 1970.

Brautkleid aus den 1980ern

Foto: Getty Images/Nick Dolding

In der Mode der 1980er Jahre war alles erwünscht, was auffällt: Rüschen, Schulterpolster, Neonfarben. Auch die Brautkleider waren dementsprechend üppig und extravagant.

Brautkleid aus den 1990ern

Foto: ClassicStock / akg-images / C. U

Im Jahrzehnt des Plastik-Pops sind Synthetikoutfits der letzte Schrei - und machen auch nicht vor Hochzeitskleidern halt.

Brautkleid aus den 2000ern

Foto: epd-bild / Ricardo Demurez

Zurück zur Natürlichkeit: Die Brautmode wird wieder dezenter. Strahlendes Weiß ist dabei nicht mehr gefragt, Hochzeitskleider sind stattdessen cremefarben .

Brautkleid aus den 2010ern

Foto: Getty Images/Moment Open/Oleh Slobodeniuk

Die natürliche Eleganz aus den 2000er Jahren setzt sich fort. Außerdem im Trend: professionelle Hochzeitsfotografie, die das Paar opitimal in Szene setzt.

Und wie geht es der Braut nun mit der verschobenen Hochzeit? "Ich versuche das alles in Ruhe anzugehen. Klar bin ich enttäuscht, dass unser Traum erst mal ins Wasser fällt. Ich weiß aber, dass alle, die mir wichtig sind, das auch verstehen", sagt Sarah. Außerdem seien sie und ihr Mann jetzt ja immerhin standesamtlich verheiratet und "da kann keiner mehr was machen", sagt die 33-Jährige lachend. "Irgendwann werden wir schon auch noch in einem schönen Rahmen kirchlich heiraten können, und uns den christlichen Segen umgeben von unseren Freunden zusprechen lassen."

Wann das sein wird, ist dabei aktuell noch völlig unklar: "Wir lassen erst mal offen, wie es weitergeht, weil wir niemanden in der Krise zu etwas drängen wollen und einfach keiner weiß, wie alles weitergeht", sagt Sarah zum Abschluss. Entscheidend sei sowieso etwas ganz anderes: "Das wichtigste sind wir zwei. Wir wissen immer noch, dass wir einander haben und alles andere ist Nebensache."