"Kirchensteuerrückgang wird größer als bei Finanzkrise"

Kirchensteuereinnahmen schrumpfen wegen Corona-Pandemie stärker als während der Finanzkrise.

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Aufgrund der Corona-Krise wird es einen Kirchensteuerrückgang geben von etwa zehn bis 25 Prozent unter anderem wegen Kurzarbeit.

"Kirchensteuerrückgang wird größer als bei Finanzkrise"
Der Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Volker Knöppel, rechnet angesichts der Corona-Krise mit einem Kirchensteuerrückgang von etwa 10 bis 25 Prozent. Die negativen Folgen würden damit dramatischer sein als bei der Finanzkrise 2008/09, sagte er. Drei Fragen an EKKW-Vizepräsident Volker Knöppel.

epd: Können in Not geratene kirchliche und diakonische Einrichtungen auch staatliche Hilfen in Anspruch nehmen?

Volker Knöppel: Das Kollegium des Landeskirchenamtes hat sich in seiner Sitzung am 24. März mit der wirtschaftlichen Situation der Diakonie- und Sozialstationen befasst und als Hinweis herausgegeben, dass zur wirtschaftlichen Abfederung der Einnahmeverluste - wenn möglich - die Vereinbarung von Kurzarbeit sowie weitere staatliche Unterstützungsmaßnahmen genutzt werden können.

Welche Auswirkungen hat die Krise auf die Kirchensteuereinnahmen? 

Knöppel: Nach ersten Hochrechnungen der EKD wird nach gegenwärtigem Stand durch die Corona-Krise ein mutmaßlicher Kirchensteuerrückgang von etwa zehn bis 25 Prozent erwartet, in Abhängigkeit von der Dauer der Krise. Die negativen finanziellen Auswirkungen für die EKKW werden damit dramatischer als bei der Finanzkrise 2008/2009 sein. 

Hat die EKKW ausreichend Rücklagen, um die Krise finanziell zu überstehen? 

Knöppel: Die EKKW hat rund 26 Millionen Euro in der Kirchensteuerschwankungsreserve, um kurzfristige Schwankungen im Kirchensteueraufkommen auszugleichen. Das Gesamtaufkommen an Kirchensteuer lag bei der EKKW im Jahr 2019 bei rund 196 Millionen Euro.

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