Berlinale: Ökumenische Jury stellt sich vor - Schweigeminute für Hanau-Opfer

20.02.2020, Hessen, Hanau: Blumen und Kerzen für die Opfer auf dem Marktplatz.

20.02.2020, Hessen, Hanau: Blumen und Kerzen für die Opfer auf dem Marktplatz.

Berlinale: Ökumenische Jury stellt sich vor - Schweigeminute für Hanau-Opfer
Beim Filmempfang der Kirchen anlässlich der 70. Berlinale wurde mit einer Schweigeminute der Opfer des Anschlags in Hanau gedacht. Die oscarprämierte Regisseurin Caroline Link lenkte zudem den Blick auf das Thema sexueller Kindesmissbrauch.

Evangelische und katholische Kirche haben mit einer Schweigeminute bei der 70. Berlinale am Sonntagabend der Opfer des Anschlags in Hanau gedacht. Beim traditionellen Ökumenischen Empfang anlässlich der Internationalen Filmfestspiele Berlin setzten sie damit ein Zeichen gegen Rassismus, Islamfeindlichkeit und Gewalt, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) mitteilten.

Bei der Veranstaltung wurde auch die diesjährige Ökumenische Jury vorgestellt. Jury-Präsident ist der Berliner Pfarrer Roland Weicher. Ihm zur Seite stehen fünf weitere Juroren aus Deutschland, den Niederlanden, Togo, der Schweiz und den USA.

Ursprünglich sollte der Produzent und Medienmanager Paul de Silva aus dem kanadischen Toronto die Ökumenische Jury als Präsident leiten. Aus Krankheitsgründen habe er kurzfristig absagen müssen, sagte der Leiter des Filmkulturellen Zentrums im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), Christian Engels, auf epd-Anfrage. Die Juroren werden über die Internationale Kirchliche Filmorganisation "Interfilm" und die Internationale Katholische Vereinigung für Kommunikation "Siggis" entsandt.

Ökumenische Jury ehrt seit 1992

Die Ökumenische Jury ehrt mit ihren Preisen seit 1992 "Filmschaffende, die in ihren Filmen ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die es in ihren Filmen schaffen, das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren". Der Filmpreis der Ökumenischen Jury im Rahmen der diesjährigen Berlinale wird am 29. Februar vergeben.

Im vergangenen Jahr hatte die Jury den Film "Gold Exits, Her Name Ins Petrunya" von Regisseurin Teona Strugar Mitevska mit dem Hauptpreis auszeichnet. Er erzählt die Geschichte der 31-jährigen arbeitslosen Historikerin Petrunya in Mazedonien, die mit sozialen und kirchlichen Traditionen bricht.

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der DBK, Bischof Gebhard Fürst, lobte am Sonntagabend die Ausrichtung der Jubiläums-Berlinale. Sie sei "weise und mutig zugleich" und stelle sich den Herausforderungen ihrer Tradition und ihrer Zukunft. Die Ökumenische Jury stehe "inmitten spannender Aufgaben". Filme böten Anregungen, um Zugang zueinander und zu sich selbst zu gewinnen, sagte Fürst laut Redemanuskript.

Auch der EKD-Kulturbeauftragte, Johann Hinrich Claussen, begrüßte, dass die Berlinale "mit einer neuen Leitung einen frischen Aufbruch" wage. "Denn eine lebendige, aufregende und mutige Filmkultur brauchen wir in diesen Tagen mehr als sonst", betonte Claussen laut Redemanuskript.

Der EKD-Kulturbeauftragte würdigte zudem die oscarprämierte Regisseurin Caroline Link. Als Ehrengast hatte sie bei dem Filmempfang der Kirchen ihren Spot "Anrufen hilft!" vorgestellt, den sie für den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs gedreht hat. "Dieser Spot hilft, die Mauern des Schweigens zu durchbrechen, die die sexualisierte Gewalt an Kindern viel zu oft umgibt. Er ist ein wertvoller filmischer Beitrag zu einer breiteren gesellschaftlichen Wahrnehmung dieses so wichtigen Themas", so Claussen.
 

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