Politik unterstützt Pläne für christliches "Andreashospiz"

Fürsorgliche Hände ruhen auf einer alten Hand

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Den Plänen für ein neues stationäres Hospiz im Bremer Osten steht nun nichts mehr im Wege.

Politik unterstützt Pläne für christliches "Andreashospiz"
Den Plänen für ein neues stationäres Hospiz im Bremer Osten steht aus Sicht von Behörden und Kommunalpolitik nichts mehr im Wege. Der Bauausschuss des Ortsbeirates habe das Projekt am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung "sehr positiv bewertet", sagte Ortsamts-Mitarbeiterin Maren Gagelmann am Donnerstag dem epd.

Vor dem Votum hatten Vertreter der Inneren Mission am Abend in öffentlicher Sitzung die Pläne vorgestellt. Demnach soll ein Teil des Zentrums der evangelischen Andreas-Gemeinde in Horn-Lehe mit Investitionen von bis zu drei Millionen Euro zum Hospiz umgebaut werden.

Das "Andreashospiz" solle auf einer Nutzfläche von insgesamt 1.000 Quadratmetern unter anderem acht Einzelzimmer für sterbenskranke Menschen und zwei Räume für Angehörige bieten, erläuterte Planer Frank Deitschun. Hinter dem Vorhaben steht die gemeinnützige "Mission Lebenshaus", eine 100-prozentige Tochter des Bremer Vereins für Innere Mission. Die "Mission Lebenshaus" betreibt mit Jever, Ganderkesee-Falkenburg, Varel und Wilhelmshaven bereits vier stationäre Hospize, bisher alle außerhalb von Bremen.

Der Zeitplan bis zur Inbetriebnahme ist Deitschun zufolge ehrgeizig. "Wir wünschen uns im August den Baubeginn und wollen Anfang Juli 2021 an den Start gehen." Im Vorfeld der Beratungen im Ortsbeirat Horn-Lehe hatte die Baubehörde schon Zustimmung signalisiert. Nun wartet die "Mission Lebenshaus" auf die Baugenehmigung. Eine Inbetriebnahme Anfang Juli 2021 sei aus Sicht der Gemeinde "sehr schnell", sagte Pastorin Saskia Schultheis. Denn bevor die Bauarbeiten für das Hospiz beginnen könnten, müsse zunächst die mit dem Zentrum verbundene alte Pfarrwohnung zum Gemeindehaus umgestaltet werden.

Die "Mission Lebenshaus" rechnet nach Angaben ihres Geschäftsführers Daniel de Vasconcelos mit einer Auslastung von etwa 90 Prozent. Im Schnitt blieben die Gäste bis zu vier Wochen. "Bei acht Plätzen sterben jährlich zwischen 140 und 160 Menschen in einem Hospiz", ergänzte er. Im "Andreashospiz" sollen seinen Angaben zufolge etwa 25 Hauptamtliche arbeiten. Er hofft außerdem auf 30 bis 40 Ehrenamtliche, die sich in der Einrichtung freiwillig engagieren.

2012 waren Pläne der Johanniter gescheitert, im Stadtteil ein stationäres Hospiz zu errichten. Anwohner und die evangelische Kirchengemeinde vor Ort kämpften vehement gegen das Projekt. Beim "Andreashospiz" liegen die Dinge anders: Die Gemeinde hat das Projekt auf den Weg gebracht und steht dahinter. Sie will sich damit auch von einem Teil ihrer Gebäude trennen, die sie nicht mehr braucht. Denn als das Zentrum in den 1960er Jahren eingeweiht wurde, hatte die Gemeinde mehr als 8.000 Mitglieder, heute nur noch knapp 2.600.

In Bremen arbeiten derzeit zwei stationäre Hospize: Im Bremer Norden betreiben die Johanniter eine Einrichtung. Die Zentrale für Private Fürsorge führt in Bremen-Walle ein Hospiz und baut derzeit ein weiteres im Stadtteil Arsten, das 2021 in Betrieb gehen soll.

Über die Pläne für das Hospiz soll am Sonntag, 1. März, nach dem Gottesdienst in der Werner-von-Siemens-Straße 55 informiert werden. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.

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