Kardinal Marx erschüttert über Anschlag von Hanau

Kardinal Marx erschüttert über Anschlag von Hanau

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, hat sich bestürzt über die mutmaßlich rassistische Gewalttat von Hanau geäußert. "Die Nachricht, dass in Hanau ein Mann zahlreiche Menschen getötet und verletzt hat, macht mich fassungslos", erklärte der Kardinal am Donnerstag in Bonn. Seine Gedanken und Gebete seien bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Rechtsextremistische Täter seien nicht selten "angestachelt von bösartigen Parolen in sozialen Medien oder am Stammtisch", fügte Marx hinzu. "Darin wird in vielerlei Gestalt eine Tendenz zu einem ausgrenzenden und aggressiven Nationalismus und Rassismus sichtbar, der aus christlicher Perspektive durch nichts zu rechtfertigen ist."

Christen stünden mit allen Menschen gemeinsam ein gegen Gewalt und Terror, betonte der Münchner Erzbischof. "Das fängt bereits im Kleinen an: im Widerspruch gegen rechtspopulistische und gewalttätige Äußerungen im Netz und auch im direkten Gegenüber mit Menschen, die christliche Werte von Nächstenliebe und Solidarität für ihre Zwecke missbrauchen."

In Hanau hatte ein Mann am Mittwochabend nach Polizeiangaben neun Menschen in zwei Shisha-Bars erschossen. Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter und dessen Mutter danach tot in deren Wohnung. Der Generalbundesanwalt geht von einem rassistischen Motiv aus und hat die Ermittlungen übernommen.

Meldungen

Top Meldung
Gottesdienste sind zu den Osterfeiertagen wegen der Corona-Krise verboten.
Wegen der Corona-Pandemie sind Gottesdienste untersagt. Die Kirchen trifft das vor allem an Karfreitag und Ostern, den höchsten christlichen Feiertagen. Leitende Geistliche zeigen Verständnis für das Verbot, ein Staatsrechtler ist skeptisch.