Landeskirche setzt Arbeitsgruppe zu Rechtsextremismus ein

Arbeitsgruppe in der Landeskirche Sachsen soll Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsextremismus vornehmen.

epd-bild/Matthias Rietschel

Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel (Foto), der Dresdner Kirchenhistoriker Gerhard Lindemann und ein drittes Mitglied gehören der Arbeitsgruppe an. Daniel hatte vorläufig die Amtsgeschäfte des zurückgetretenen sächsischen Landesbischofs Carsten Rentzing übernommen.

Landeskirche setzt Arbeitsgruppe zu Rechtsextremismus ein
Die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsextremismus vornehmen soll.

Das berichtet die in Leipzig erscheinende Kirchenzeitung "Der Sonntag" (Ausgabe zum 9. Februar). Die Kirchenleitung setzt damit einen Beschluss der Landessynode vom November um.

Der Gruppe sollen laut Landeskirche der Dezernent für theologische Grundsatzfragen und ständige Stellvertreter des Landesbischofs, Thilo Daniel, und der Dresdner Kirchenhistoriker Gerhard Lindemann angehören. Ein drittes Mitglied, das sowohl Kirchenleitung als auch Synode angehören soll, werde "voraussichtlich im Februar" benannt. 

Aufgabe der Gruppe sei es, "die Weiterarbeit an diesem Thema zu koordinieren, Zuarbeiten zu beauftragen, fachkundige Personen einzubinden und die Erarbeitung von Texten und Ergebnissen zu steuern". Daniel sagte dem "Sonntag", es gehe nicht um eine Ausgrenzung von Gemeindegliedern oder rein parteipolische Abgrenzungen, "sondern vielmehr um den dezidierten Schutz eines Meinungsspektrums in unserer Kirche, das eben auch konservative Positionen umfassen darf und muss".

Die Synode hatte den Beschluss unter dem Eindruck des Rücktritts von Bischof Carsten Rentzing gefasst. Dieser war im Oktober nach anhaltenden Diskussionen etwa über seine Mitgliedschaft in einer pflichtschlagenden Verbindung zurückgetreten. Kurz darauf wurden 30 Jahre alte Texte Rentzings publik, die die Landeskirche als "elitär, in Teilen nationalistisch und demokratiefeindlich" einstufte.

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