UN: Zehntausende fliehen vor Gewalt in Sudans Darfur-Region

UN: Zehntausende fliehen vor Gewalt in Sudans Darfur-Region

In Sudans Unruheregion Darfur hat die ethnische Gewalt nach Angaben der Vereinten Nationen Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Rund 46.000 Menschen aus der Provinz West-Darfur seien seit Dezember innerhalb des Sudans geflohen, teilte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Dienstag in Genf mit.

Mehr als 11.000 Menschen hätten sich in den benachbarten Tschad durchgeschlagen. In West-Darfur bekämpfen sich Medien zufolge arabische und afrikanische Volksgruppen. Die Flüchtlinge berichten laut UNHCR über Angriffe auf ihre Dörfer, ihre Häuser seien abgebrannt worden. Es wird mit weiteren Flüchtlingen gerechnet.

In der Region Darfur, die in mehrere Provinzen aufgegliedert ist, toben immer wieder Kämpfe zwischen Rebellen, der sudanesischen Armee und mit ihr verbündeten Milizen. Schätzungen zufolge sind bei den Auseinandersetzungen im Westen des Sudans seit 2003 Hunderttausende Menschen getötet und rund 2,7 Millionen vertrieben worden.

Das Regime des früheren sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir ging mit großer Gewalt gegen Rebellen und Zivilisten in Darfur vor. Gegen Al-Baschir und mehrere Mitglieder seiner früheren Regierung liegen Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag unter anderem wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vor. Al-Baschir wurde nach Massenprotesten der Bevölkerung im vorigen Jahr vom Militär abgesetzt.

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