Telefonseelsorge: Weniger Anrufe, mehr Chats und Mails

Telefonseelsorge: Weniger Anrufe, mehr Chats und Mails

Die Zahl der Anrufe bei der kirchlichen Telefonseelsorge ist im zurückliegenden Jahr gesunken. Die Helfer verzeichneten 1,2 Millionen Gespräche, was einem Rückgang gegenüber 2018 um 100.000 entsprach, teilte die ökumenisch getragene Telefonseelsorge am Freitag in Berlin mit. Dagegen haben sich die Kontakte per Chat 2019 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, auch nahm die Zahl der Mails zu. Mehrheitlich nutzten Frauen das Gesprächsangebot.

Die häufigsten Themen, die in 94 Prozent der Fälle anonym angesprochen wurden, waren den Angaben nach Ängste, Einsamkeit, seelische und körperliche Problem und Beziehungsfragen. Wichtig sei auch weiterhin die Auseinandersetzung mit suizidalen Situationen gewesen, hieß es.

"Menschliche Nähe, Mitgefühl und Verstehen sind gerade in einer zunehmend digitalisierten Welt für viele Hilfesuchenden ein wichtiger Anker", sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: Es gehe um den Kontakt von Mensch zu Mensch. Das sei der Grundgedanke der Telefonseelsorge. 64 Jahre nach ihrer Gründung sei sie noch immer oft die erste Krisenhilfe für Menschen in Notlagen. Lilie dankte ganz besonders den 6.500 ehrenamtlichen Seelsorgern für ihr wichtiges Engagement.

Am Telefon sind 52 Prozent der Ratsuchenden zwischen 50 und 69 Jahre alt. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der 15- bis 29-Jährigen nutzten das Mail- beziehungsweise Chatangebot. Über die Hälfte aller Anrufe und Chats dauern zwischen 16 und 45 Minuten.

Die Telefonseelsorge wird in ökumenischer Gemeinsamkeit von der evangelischen und katholischen Kirche getragen. Sie ist als Evangelische Konferenz für Telefonseelsorge und Offene Tür ein Fachverband der Diakonie Deutschland.

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