Gebetswoche eröffnet: Aufruf zu Gastfreundschaft gegenüber Fremden

Erzpriester Radu Constantin Miron auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland 2019.

© epd-bild/Heike Lyding

Erzpriester Radu Constantin Miron, hier auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland 2019, sprach sich für Menschlichkeit und Gastfreundschaft allen Fremden gegenüber aus.

Gebetswoche eröffnet: Aufruf zu Gastfreundschaft gegenüber Fremden
Mit einem zentralen ökumenischen Gottesdienst in Hannover haben Christen unterschiedlicher Konfessionen am Sonntag die Gebetswoche für die Einheit der Christen eröffnet.

Der griechisch-orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron erinnerte in seiner Predigt an die Verpflichtung der Christen zu Menschlichkeit und Gastfreundschaft allen Fremden gegenüber. Das gelte vor allem auch in der Flüchtlingsfrage und für die Rettung von Menschen aus dem Mittelmeer, betonte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland. 

Mit dem Motto "Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich" macht die Gebetswoche darauf aufmerksam, dass weltweit Menschen auf der Flucht sind, um Naturkatastrophen, Krieg und Armut zu entkommen. Miron forderte, Menschenliebe dürfe sich nicht auf materielle Dinge beschränken. Das christliche Bild von der Gleichheit aller Menschen vor Gott gebiete, jeden Menschen zu ehren und zu respektieren. "Es geht darum, das Bild Gottes in jedem Menschen zu entdecken", sagte er laut Predigtmanuskript.

Überwindung der Fremdheit

Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) betonte, die Kirchen seien in ihrer Zusammenarbeit und ihrem Bemühen um gegenseitige Annäherung ein Vorbild für die Gesellschaft. Es sei wichtig, trotz Verschiedenheit sensibel und offen miteinander umzugehen, sagte Tonne dem Manuskript zufolge in seinem Grußwort. "Die Überwindung der Fremdheit funktioniert aber nur durch Begegnung, Kommunikation und Austausch." 

Tonne lobte die Kirchen dafür, dass sie sich der Vereinnahmung durch Rechtspopulisten widersetzten. Diese beriefen sich zu Unrecht auf die christliche Tradition des Abendlandes. Indem sie Parolen wie "Festung Europa" und "Das Boot ist voll" verbreiteten, verweigerten sie sich vielmehr christlichen Werten des Grundgesetzes wie Menschenwürde und Gerechtigkeit.

Die weltweite Gebetswoche zur Einheit der Christen startet nach Angaben der ACK jedes Jahr mit einem ökumenischen Gottesdienst in wechselnden Städten. An der Aktion beteiligen sich traditionell Christen aller Konfessionen. Die 1948 gegründete Arbeitsgemeinschaft mit Sitz in Frankfurt am Main repräsentiert rund 50 Millionen Christinnen und Christen in Deutschland.

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