Methodisten wollen Streit um Homosexualität mit Strukturreform beilegen

Methodisten wollen Streit um Homosexualität mit Strukturreform beilegen
Im Streit über den Umgang mit Homosexualität will die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland (EmK) mit einer neuen Struktur die Einheit der Kirche erhalten.

Dazu solle ein konservativer "Verbund" gebildet werden, der traditionellen Gemeinden und Einzelpersonen in Zukunft eine Heimat bieten könne, erklärte die Kirche am Samstag in Frankfurt am Main auf ihrer Homepage. Damit soll die jahrzehntelange Auseinandersetzung um die Einbindung lesbischer und schwuler Christen in der Kirche beigelegt werden.

Damit reagieren die Methodisten in Deutschland auf die Spaltung der Kirche auf Weltebene. Dort ist die Bildung einer neuen, traditionell orientierten methodistischen Kirche ("new traditionalist Methodist denomination") vorgesehen. Diese wird sich den Angaben zufolge von der Evangelisch-methodistischen Kirche trennen und eigenständig strukturieren. Hinsichtlich der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und der Ordination Homosexueller will sich der fortbestehende Hauptzweig der Evangelisch-methodistischen Kirche dagegen öffnen. Darüber soll im Mai in den USA entschieden werden.

Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare?

An einem Runden Tisch unter Leitung von Bischof Harald Rückert hatten am 10. und 11. Januar in Fulda Vertreter unterschiedlicher theologischer Positionen über die Zukunft der EmK in Deutschland beraten. Dabei wurde unter anderem vorgeschlagen, dass Gemeindevorstände über Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare in der eigenen Gemeinde entscheiden sollen. In dem vorgeschlagenen "Verbund" soll dagegen die bisherige restriktive Haltung der Kirche zur Homosexualität beibehalten werden.

Dieser "Verbund" soll traditionellen Mitgliedern der EmK "Sicherheit in ihrem Glauben" geben, hieß es. Gemeinden sollen abstimmen können, ob sie einem solchen "Verbund" - der in engem Kontakt mit der Kirchenleitung stehen soll - beitreten möchten. Der Vorschlag soll auf der Zentralkonferenz in Zwickau im November dieses Jahres zur Verhandlung vorgelegt werden.

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist eine evangelische Freikirche, die aus einer christlichen Erweckungsbewegung in England im 18. Jahrhundert hervorging. Zur EmK in Deutschland zählen sich rund 51.000 Gläubige in rund 500 Gemeinden. Die methodistische Kirche ist bewusst nicht nationalstaatlich organisiert, sondern arbeitet über Ländergrenzen hinweg. Die EmK gehört zum Weltrat Methodistischer Kirchen, in dem mehr als 70 Kirchen methodistischer Tradition verbunden sind, zu denen sich über 51 Millionen Menschen zählen.

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