Menschenrechtler machen Konzerne für Klimawandel mitverantwortlich

Menschenrechtler machen Konzerne für Klimawandel mitverantwortlich

Umweltschützer und Menschenrechtler in Südostasien haben eine Entscheidung der philippinischen Menschenrechtskommission begrüßt, wonach 47 multinationale Konzerne für den Klimawandel mitverantwortlich zu machen sind. Mitglieder der "Asean-Parlamentariergruppe für Menschenrechte" bezeichneten es in der Nacht zum Dienstag als "historischen Schritt", dass die Unternehmen gesetzlich und moralisch für die Folgen der Erderwärmung haftbar gemacht werden könnten. Genannt wurden unter anderem die Mineralölkonzerne BP, Chevron, ExxonMobil, Shell und Total.

Grundlage war eine 2015 eingebrachte Petition von philippinischen Überlebenden des Taifuns "Haiyan" sowie Umweltschützern, Fischern und Menschenrechtlern. Ihren Beschluss hatte die Kommission am Montagabend am Rande der UN-Klimakonferenz in Madrid verkündet. Vertreter der Umweltorganisation Greenpeace lobten den Beschluss: "Große Umweltverschmutzer und andere Unternehmen haben eine Verantwortung, die Menschenrechte zu schützen, während wir uns dem Klimanotfall gegenüber sehen."

Auch Amnesty International begrüßte den Schritt: "Die philippinische Menschenrechtskommission hat ein Zeichen der Hoffnung für die Opfer der Klimakrise gesetzt." Zum ersten Mal erkläre ein Menschenrechtsgremium, dass Produzenten fossiler Brennstoffe als rechtlich verantwortlich für Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel eingestuft werden könnten. Zwar würden die betreffenden Unternehmen nicht unmittelbar sanktioniert. Dennoch schaffe der Beschluss einen wichtigen juristischen Präzedenzfall.

Wiederholt hatten Kritiker betont, dass Klimawandel eine Menschenrechtsfrage insbesondere für die Ärmsten sei. Dabei gehe es nicht allein um die Folgen der globalen Erwärmung für die Philippinen. Das Inselreich wird von etwa 20 Tropenstürmen jährlich heimgesucht und zählt damit weltweit zu den Ländern, die am meisten unter Wetterextremen leiden. Durch den Taifun "Haiyan", der die Zentralphilippinen im November 2013 traf, starben mindestens 6.300 Menschen, vier Millionen wurden obdachlos. "Haiyan" gilt als einer der stärksten Tropenstürme seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

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