Nürnberger Künstler gestalten umstrittene "Hakenkreuz-Glocke" um

Nürnberger Künstler gestalten umstrittene "Hakenkreuz-Glocke" um

Zwei Künstler aus Nürnberg werden die umstrittene frühere "Hakenkreuz-Glocke" in Schweringen bei Nienburg in Niedersachsen umgestalten. Neben der Gestaltung der vor einem Jahr entwidmeten Glocke werden sie ein Kunstwerk am Fuße des Kirchturms schaffen, das Besucher auf die oben hängende Glocke hinweist, wie der Künstler Klaus-Dieter Eichler vom Atelier "Arnold+Eichler" am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte: "Unser Ziel ist, dass man stutzt und beginnt, über die Geschichte der Glocke nachzudenken."

Die rund 1.800 Kilogramm schwere Bronzeglocke aus dem Jahr 1934 war vor zwei Jahren stillgelegt worden, nachdem dort bei Nachforschungen ein eingegossenes Hakenkreuz entdeckt worden war. Danach kam es in dem 800-Einwohner-Dorf zu einem heftigen Streit darüber, ob die Glocke weiter läuten oder ausgetauscht werden sollte. Die evangelische Landeskirche bot einen Austausch an. Kurz vor Ostern 2018 stiegen Unbekannte auf den Kirchturm und frästen das 35 mal 35 Zentimeter große Hakenkreuz und Teile einer NS-Inschrift mit einem Winkelschleifer weg.

Gegner und Befürworter der Glocke einigten sich schließlich mit der Landeskirche auf die künstlerische Umgestaltung der einstigen "Vaterlandsglocke". Die Kirche schrieb dafür einen Wettbewerb aus. Als Sieger ging daraus das Nürnberger Künstler-Duo hervor. Der ausgewählte Entwurf sollte am Montagabend in der Schweringer Kreuzkirche bei einem Informationsabend öffentlich präsentiert werden.

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