Mexikanischer Menschenrechtsverteidiger ermordet

Mexikanischer Menschenrechtsverteidiger ermordet

In Mexiko ist erneut ein Menschenrechtsverteidiger ermordet worden. Die Leiche des Aktivisten Arnulfo Cerón Soriano wurde am Mittwoch (Ortszeit) bei Tlapa de Comonfort im Bundesstaat Guerrero in einem geheimen Grab gefunden, wie der Gouverneur von Guerrero, Hector Astudillo Flores, mitteilte.

Der 47-jährige Cerón Soriano war am 11. Oktober von Unbekannten verschleppt worden. Nach Angaben des Gouverneurs geht der Fund der Leiche auf die Aussage eines festgenommenen Tatverdächtigen zurück, der seit langem die Polizei in Tlapa de Comonfort kontrolliere. In der Region existiere ein Netzwerk von Kriminellen und Politikern, die den Transport von Drogen in benachbarte Bundesstaaten organisiere.

Das in Tlapa de Comonfort ansässige Menschenrechtszentrum Tlachinollan macht den Bürgermeister der Stadt sowie dessen Kabinettschef für den Mord verantwortlich. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung forderten die Aktivisten "die Bestrafung der materiellen und intellektuellen Täter".

Cerón Soriano war vor seinem Verschwinden Leiter einer Organisation, die sich mit Blockaden und anderen Aktionen dafür einsetzte, dass indigene Bauern Düngemittel bekommen. Zudem beteiligte er sich an Mobilisierungen für die Aufklärung des Falls von 43 seit mehr als fünf Jahren in Guerrero verschwundenen Studenten.

In dem Bundesstaat sind mehrere kriminelle Banden aktiv, zahlreiche Stadtregierungen stehen unter deren Kontrolle. Guerrero ist eine der gefährlichsten Regionen Mexikos. Seit Dezember vergangenen Jahres wurden dort nach Angaben sozialer Organisationen bereits vier Menschenrechtsverteidiger ermordet. Im ganzen Land starben in diesem Zeitraum 27 Menschenrechtsaktivisten eines gewaltsamen Todes.

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