Hilfswerk prangert Kinderarbeit auf Madagaskar an

Hilfswerk prangert Kinderarbeit auf Madagaskar an

Auf der afrikanischen Insel Madagaskar schuften nach Angaben des Kinderhilfswerks terre des hommes rund 11.000 Kinder in Mineralminen. Das Hilfswerk habe im Rahmen einer neuen Studie die Kinderarbeit nachgewiesen und die Lieferketten verfolgt, erläuterte Vorstandssprecher Albert Recknagel am Dienstag in Osnabrück: "Wir fordern Unternehmen dringend auf zu klären, wo ihre Rohstoffe herkommen und umgehend dafür zu sorgen, dass Zulieferer keine Kinder ausbeuten und grundlegende Sicherheitsstandards sofort umgesetzt werden."

Die jüngsten Kinder sind den Angaben zufolge gerade einmal fünf Jahre alt. Sie helfen, das Mineral Mica abzubauen, das für Elektrogeräte von Firmen wie Panasonic oder Isovolta sowie für Kosmetika und Autolacke verwendet wird.

Zwar trage die Regierung von Madagaskar eine Mitverantwortung, sagte Recknagel. Sie habe allerdings kaum Mittel, um die Minen zu kontrollieren. Madagaskar sei eines der ärmsten Länder der Welt.

Bereits im Jahr 2014 hatte terre des hommes nach eigenen Angaben massive Kinderarbeit in der indischen Mica-Industrie nachgewiesen. Daraufhin gründete sich im Jahr 2017 die internationale "Responsible Mica Initiative", in der sich Unternehmen wie BASF, L'Oréal und Merck zusammenschlossen, um Kinderarbeit zu beenden.

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