Ralf Meister erhofft sich Stellungnahme von Ex-Bischof Rentzing

Ralf Meister

© Matthias Rietschel, epd-bild

Ralf Meister auf der Synode der VELKD

Ralf Meister erhofft sich Stellungnahme von Ex-Bischof Rentzing
Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Ralf Meister, hat den ehemaligen sächsischen Landesbischof Carsten Rentzing für seinen Umgang mit dessen Rücktritt kritisiert.

"Es ist eine bedauernswerte Tatsache, dass es keine öffentliche Stellungnahme gab", sagte Meister am Freitag in Dresden während der Generalsynode der VELKD vor Journalisten. Dies sei nicht nur für die sächsische Kirche, sondern auch für die Kirche insgesamt eine Belastung. Meister sagte, dadurch habe auch eine Dynamisierung der Auseinandersetzung eingesetzt.

Rentzing hatte am 11. Oktober sein Bischofsamt zur Verfügung gestellt. Es war bekanntgeworden, dass er zwischen 1989 und 1992 als Autor für die rechtskonservative Zeitschrift "Fragmente" tätig war. Das Landeskirchenamt stufte die von ihm als Student verfassten Texte als "elitär, in Teilen nationalistisch und demokratiefeindlich" ein.

Bislang hat Rentzing sich dazu nicht öffentlich geäußert. Es wird erwartet, dass er in der kommenden Woche auf der sächsischen Landessynode eine Erklärung abgeben wird. Meister betonte, dass er den Rücktritt nach wie vor bedauere. Hinter dem Rücktritt stehe eine persönliche Tragödie - auch für die Familie des ehemaligen Bischofs.

Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) tagt vom 7. bis 9. November 2019 in Dresden. Die VELKD ist ein Zusammenschluss von sieben evangelisch-lutherischen Landeskirchen innerhalb der EKD, darunter die bayerische, die sächsische und die hannoversche Landeskirche. Zur VELKD gehören rund 8,6 Millionen Gläubige. Seit 2018 steht der hannoversche Landesbischof Ralf Meister der VELKD als Leitender Bischof vor. Parallel tagt auch die Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK). Anschließend tagt die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 10. bis 13. November. Schwerpunkte der Synodentagung sind Frieden, der Fortschritt der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche. Sowohl die Generalsynode der Lutheraner als auch die EKD-Synode wollen außerdem Regelungen treffen, wie sie künftig mehr junge Menschen unter 30 in ihre Gremien integrieren wollen.

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