Neue Barock-Orgel wird eingeweiht

Neue Barockorgel in der Neustädter Kirche in Hannover

© Julian Stratenschulte/dpa

Emmanuel Le Divellec, Professor für Kirchenmusik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, spielt an der neuen Barockorgel in der Neustädter Stadt- und Hofkirche St. Johannis.

Neue Barock-Orgel wird eingeweiht
Es ist ein herausragender Orgelneubau: das Instrument in der Neustädter Kirche Hannover, das auch von der Musikhochschule genutzt wird, vereint verschiedene Klangstile. Am 26. Oktober ist Einweihung

Mit einem Konzert von Emmanuel Le Divellec wird am 26. Oktober die rund 1,4 Millionen Euro teure neue Barock-Orgel in der Neustädter Kirche in Hannover feierlich eingeweiht. "Das ist vielleicht das wichtigste Konzert meines Lebens", sagte der Professor an der Hochschule für Musik, Theater und Medien am Donnerstag in Hannover. Er werde dabei unter anderem eine unvollendete Fuge von Johann Sebastian Bach (1685-1750) spielen, die er selbst nach barocker Manier in langer Arbeit vervollständigt habe. An die Einweihungsfeier schließt sich eine Festwoche mit weiteren Konzerten, Orgelführungen und Gottesdiensten an.

Die Arbeit an der Orgel mit rund 2.700 Pfeifen in 51 Registern hat den Angaben zufolge rund 32 Monaten gedauert. Das Instrument aus der Werkstatt des belgischen Orgelbauers Dominique Thomas ist auf der Westempore der Neustädter Kirche aufgebaut. Im großen Kirchenraum der evangelischen Barock-Kirche könne die Barock-Orgel ihren einmaligen Klang entfalten, sagte Pastorin Martina Trauschke. Die Hof- und Stadtkirche St. Johannis im Stadtteil Neustadt arbeitet seit mehreren Jahren mit der Musikhochschule in Hannover zusammen, der einzigen Ausbildungsstätte für Kirchenmusik in Niedersachsen. Die Kirche ist zugleich die Begräbniskirche des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716).

Verschiedene Stile begegnen sich

Das Besondere an der neuen Orgel mit drei Manualen und Pedal liege in einem Mix aus verschiedenen Stilrichtungen des Orgelbaus, erläuterte Le Divellec. Das Instrument vereine den mitteldeutschen mit dem norddeutschen Baustil und nähere sich dadurch dem Ideal einer "Bach-Orgel". Die Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien, Susanne Rode-Breymann, sagte, für die Orgel-Ausbildung sei das neue Instrument eine perfekte Ergänzung. Zwar gebe es in der Neustädter Kirche bereits eine "Spanische Orgel". Diese sei jedoch für Barock-Stücke nur eingeschränkt geeignet.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat den Bau der Orgel mit 1,2 Millionen Euro unterstützt. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers hat sich mit 76.000 Euro beteiligt. Die Neustädter Kirche ist für die Umbaukosten der Empore in Höhe von rund 150.000 Euro aufgekommen.

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