Marx: Höhe der Entschädigung für Missbrauchsopfer nicht entschieden

Marx: Höhe der Entschädigung für Missbrauchsopfer nicht entschieden

In der Diskussion um eine Reform der Entschädigungszahlungen der katholischen Kirche für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester und Diakone sind Details wie die Höhe der Zahlungen noch völlig offen. "Es gibt überhaupt keine Entscheidung über die Höhe. Das ist völlig abwegig, da jetzt irgendwas zu spekulieren", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, am Mittwoch in Berlin. Eine Entscheidung wird nach seinen Worten voraussichtlich in einigen Monaten fallen.

Die katholischen Bischöfe hatten bei ihrer Versammlung im September in Fulda über eine Neuregelung der Entschädigungszahlungen beraten. Grundlage war der Bericht einer dafür eingesetzten Kommission, die zwei Modelle vorschlägt: eine pauschale Entschädigungsleistung in Höhe von 300.000 Euro oder ein Stufen-Modell mit Beträgen zwischen 40.000 und 400.000 Euro, das jeden Einzelfall betrachtet.

Seit dem Aufdecken der Missbrauchsfälle im Jahr 2010 zahlt die katholische Kirche pauschal 5.000 Euro als Anerkennungsleistung. Laut Bischofskonferenzsprecher Matthias Kopp wurden bislang rund 9,8 Millionen Euro gezahlt.

Die von der Kommission vorgeschlagenen Zahlungen würden weit darüber hinausgehen. Marx zeigte Sympathie für das zweite Modell. Ohne Plausibilitäten, also die Überprüfung des Einzelfalls, werde es nicht gehen, sagte er. Zugleich betonte er, dass es keinen Rechtsanspruch auf die Zahlungen geben werde. Die Zahlungen würden höher sein als bislang, sagte er. Wie hoch jedoch, sei noch offen.

In der Bundespressekonferenz in Berlin stellte sich Marx auch erneut hinter den sogenannten synodalen Weg. Unter diesem Schlagwort beraten die deutschen Bischöfe über Reformen als Konsequenz aus den Missbrauchsskandalen. Eine Studie im Auftrag der katholischen Kirche hat in bestimmten Machtstrukturen, der Sexualmoral und Lebensweise von Priestern Risikofaktoren für sexuellen Missbrauch erkannt.

Marx sagte unter anderem, das Thema Frauen, die in der katholischen Kirche von wichtigen Ämtern ausgeschlossen sind, sei "mit voller Wucht da". "Das Thema der Beteiligung von Frauen ist eine absolut überfällige, notwendige Sache, an der wir arbeiten müssen", sagte er und ergänzte: "Meiner Ansicht nach könnte das schneller gehen."

Beim synodalen Weg müssten aber Formulierungen gefunden werden, die viele versammeln. Unter den katholischen Bischöfen in Deutschland sind die Reformen heftig umstritten. Marx beklagte dabei Missverständnisse, unglückliche Kommunikation untereinander und Spaltungstendenzen. Der Geist der Polarisierung sei stärker geworden, auch im kirchlichen Bereich, sagte er.

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