"Grüne Damen und Herren" fordern mehr Unterstützung ihrer Arbeit

Grüne Damen

© epd-bild/Heike Lyding

Die Grünen Damen und Herren besuchen ehrenamtlich die Kranken, machen kleine Besorgungen und haben Zeit für ein Gespräch.

"Grüne Damen und Herren" fordern mehr Unterstützung ihrer Arbeit

Bonn (epd). Zu ihrem 50. Gründungsjubiläum haben die "Grünen Damen und Herren" eine bessere Unterstützung ihrer Arbeit gefordert. Die ehrenamtliche Tätigkeit für hilfebedürftige Menschen in Krankenhäusern und Altenheimen werde nicht hinreichend finanziell abgesichert, sagte Käte Roos, Vorsitzende der Evangelischen Kranken- und Altenhilfe e.V. (eKH), dem Dachverband der "Grünen Damen und Herren" am Mittwoch in Bonn. "Wenn dieses freiwillige Engagement Zukunft haben soll, muss es regelhaft refinanziert werden." Kirchen, Politik und auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft müssten Interesse daran haben, dass die Arbeit der "Grünen Damen und Herren" dauerhaft abgesichert werden könne.

Derzeit werde die Arbeit über Mitgliedsbeiträge finanziert, sagte Roos. Damit könnten die Kosten für Verwaltung, Fortbildung und Organisation der 450 Ortsgruppen jedoch nicht gedeckt werden. Deshalb werbe die eKH derzeit um institutionelle Mitgliedschaften der rund 600 Krankenhäuser und Altenheime, in denen "Grüne Damen und Herren" tätig seien. Bislang seien 136 Einrichtungen dem Verein beigetreten.

Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (Bagso), Franz Müntefering, bezeichnete die "Grünen Damen und Herren" als Zukunftsidee. Die Frage danach, wie die Gesellschaft mit alten Menschen umgehe, werde zur immer größeren Herausforderung. Müntefering forderte die Kommunen auf, aufsuchende ehrenamtliche Dienste für alte Menschen zu unterstützen. "Wir brauchen ein Altershilfestrukturgesetz", sagte der frühere SPD-Vorsitzende.

Die "Grünen Damen" waren 1969 in Bonn von Brigitte Schröder, der Ehefrau des damaligen Außen- und späteren Verteidigungsministers Gerhard Schröder (CDU), gegründet worden. Heute besuchen nach Angaben der Organisation bundesweit rund 8.000 ehrenamtliche Frauen und Männer Menschen in Altenheimen und Krankenhäusern. Sie machen für Patienten kleine Besorgungen, haben Zeit für ein Gespräch, trösten und hören zu.