Taliban lassen Einsätze des Roten Kreuzes in Afghanistan wieder zu

Taliban lassen Einsätze des Roten Kreuzes in Afghanistan wieder zu

Die aufständischen Taliban wollen Einsätze des Roten Kreuzes in Afghanistan wieder uneingeschränkt zulassen. Am Sonntag teilten die Islamisten mit, sie würden die Hilfsorganisation wieder bei ihrer Arbeit unterstützen, wie der afghanische TV-Sender "Tolo News" berichtete. Im April hatten die Taliban das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davor gewarnt, weiter im Land zu arbeiten und beiden Organisationen "verdächtige Aktivitäten" vorgeworfen.

Das Rote Kreuz ist seit über 30 Jahren in Afghanistan tätig und kümmert sich vor allem um Kriegsverletzte. Wegen der Drohungen der Taliban hatte die Hilfsorganisation ihre Mitarbeiter zwischenzeitlich aus Afghanistan abgezogen.

Ein Taliban-Sprecher erklärte, die Aufständischen ließen nun die früheren Sicherheitsgarantien für das Rote Kreuz wieder gelten. Die Organisation ist dafür bekannt, dass sie sich in Konflikten strikt an ihr Neutralitätsgebot hält und allen Seiten Hilfe zukommen lässt. Es ist unklar, ob die Taliban nun auch die Arbeit der WHO wieder dulden wollen, die in Afghanistan vor allem ein Impfprogramm gegen Kinderlähmung leitet.

Der Schritt der Taliban erfolgt, nachdem Verhandlungen mit den USA über ein Friedensabkommen vorerst gescheitert sind. Vor einer Woche hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, er habe die Friedensgespräche mit den Taliban abgebrochen.

Im Gespräch war ein Friedensplan, wonach die USA in den kommenden fünf Monaten rund 5.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen sollten. Im Gegenzug sollten die Taliban ihre Angriffe verringern und Terrororganisationen wie Al-Kaida keinen Schutz bieten. Dieser Plan hatte für Kritik gesorgt, weil er keine Garantien über einen Waffenstillstand enthielt. Der Konflikt am Hindukusch dauert nun fast 18 Jahre an.

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