Frankreich und Spanien holen "Open Arms"-Flüchtlinge

Frankreich und Spanien holen "Open Arms"-Flüchtlinge
Deutschland spricht 2019

Ein Teil der knapp 150 geretteten Flüchtlinge des spanischen Seenotrettungsschiffs "Open Arms" soll offenbar zügig auf die aufnahmebereiten Länder verteilt werden. Frankreich will eine Delegation der französischen Asylbehörde OFPRA nach Lampedusa entsenden, um 40 Flüchtlinge zu übernehmen, meldete die französische Tageszeitung "Le Monde" am Donnerstag.

Spanien nimmt der Tageszeitung "El Pais" zufolge 15 Flüchtlinge von der "Open Arms" auf. Madrid holt die Migranten mit dem Marineschiff "Audaz" ab, das bereits auf dem Weg ist. Ursprünglich sollte die "Audaz" die "Open Arms" mit den verbliebenen 83 Flüchtlingen nach Mallorca begleiten. Kurz nachdem die "Audaz" die Marinebasis Rota bei Cadiz verließ, befahl die Staatsanwaltschaft von Agrigent, die "Open Arms" zu beschlagnahmen und die Flüchtlinge auf Lampedusa an Land zu bringen.

Spanien hatte der "Open Arms" mehrere Monate die Ausfahrt aus dem Hafen von Barcelona verboten, dann die Abfahrt erlaubt, weil das Schiff Hilfsgüter nach Griechenland bringen wollte. In Spanien droht Kapitän Marc Reig und dem Verein Proactiva Open Arms ein Prozess mit bis zu rund 900.000 Euro Strafe und fünf Jahre Haft.

Auch Deutschland, Luxemburg, Portugal und Rumänien erklärten sich bereit, Flüchtlinge der "Open Arms" aufzunehmen. Die Bundesregierung machte keine Angaben, wann sie wie viele der "Open Arms"-Flüchtlinge übernimmt. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte lediglich auf epd-Anfrage, die Bundesregierung halte an ihrer Zusage vom 9. August gegenüber der EU-Kommission fest.

Die Flüchtlinge der "Open Arms" waren in der Nacht zum Mittwoch nach fast drei Wochen auf See im Hafen von Lampedusa an Land gegangen. Zuvor waren mehrere Flüchtlinge von dem vor der Insel ankernden Rettungsschiff gesprungen, um an Land zu schwimmen.

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