Papst äußert in Brief an Assad Sorge über humanitäre Lage in Syrien

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Papst äußert in Brief an Assad Sorge über humanitäre Lage in Syrien
Papst Franziskus fordert in einem Schreiben an den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad konkretes Handeln, um den Menschen in Idlib zu helfen.

Rom (epd). Papst Franziskus hat sich in einem Brief an den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zutiefst besorgt über die humanitäre Lage in dem Bürgerkriegsland geäußert. Der Präfekt der Vatikanbehörde für Entwicklung, Kardinal Peter Turkson, überreichte das Schreiben am Montag nach Angaben von Vatikansprecher Matteo Bruni bei einem Treffen mit dem syrischen Staatschef in Damaskus. In dem Papstbrief gehe es insbesondere um die "dramatischen Lebensbedingungen" der Zivilbevölkerung in Idlib. Die im Nordwesten von Syrien gelegene Provinz ist die einzige von Rebellen gehaltene Region des Landes.

Papst Franziskus fordert in dem Schreiben nach Angaben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin konkrete Maßnahmen zur Beendigung der humanitären Katastrophe in Idlib, die Freilassung politischer Häftlinge und Möglichkeiten für eine sichere Rückkehr von Flüchtlingen. Der Papst sei zutiefst besorgt über Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen. "Was dort passiert, ist inakzeptabel", sagte Parolin Vatikanangaben zufolge unter Hinweis auf die weitere Verschlechterung der Lage durch die jüngste Militäroffensive insbesondere für Kinder. Franziskus dringe in seinem Schreiben an Assad auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.

Parolin wies in diesem Zusammenhang auf einen Bericht der "Independent International Commission of Inquiry on the Syrian Arab Republic" hin, demzufolge in Syrien Zehntausende Häftlinge teils an unbekannten Orten willkürlich festgehalten und gefoltert werden. Ein Teil der Gefangenen sterbe in der Haft, während andere willkürlich hingerichtet würden, betonte der engste Mitarbeiter des Papstes laut Vatikanerklärung.

Franziskus hatte in den vergangenen Jahren wiederholt auf die Not der Zivilbevölkerung in Syrien hingewiesen. Zuletzt sprach er Anfang Juli bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Lage in dem Land. Moskau unterstützt Assad bei der Bekämpfung der Rebellen.

In Idlib droht nach Angaben des UN-Nothilfekoordinators Mark Lowcock durch eine erneute militärische Eskalation die schlimmste humanitäre Krise des 21. Jahrhunderts. Seit Beginn des Konflikts im März 2011 sind laut UN mehr als 13 Millionen Syrer abhängig von humanitärer Unterstützung, mehr als 6,1 Millionen Syrer gelten als Binnenvertriebene und über 5,5 Millionen flohen ins Ausland. Hunderttausende Menschen wurden getötet.

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