Verfassungsschutzbericht: Zahl der Islamisten auf 26.560 gestiegen

Verfassungsschutzbericht: Zahl der Islamisten auf 26.560 gestiegen

Der Zahl der Islamisten ist laut einem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr weiter gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr von 25.810 auf 26.560 Personen. Das Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz warnt in seinem aktuellen Jahresbericht, Deutschland stehe "unverändert im Zielspektrum" von dschihadistischen Organisationen, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) berichten. Sowohl für das Bundesgebiet als auch für deutsche Interessen in verschiedenen Regionen der Welt bestehe "eine anhaltend hohe Gefährdung". Die Sicherheitsbehörden hätten 2018 "eine Reihe von Anschlagsplanungen in unterschiedlichen Vorbereitungsstadien" aufgedeckt, heißt es in dem Jahresbericht weiter, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wird.

Zwar wurde die Mehrzahl der Terrorattacken der vergangenen Jahre in Deutschland laut Bericht von Einzeltätern begangen. Doch fast immer erhielten sie bei Planung und Vorbereitung ihrer Taten Beratung und Unterstützung durch Terrororganisationen im Ausland, wie es hieß. Selbst "komplexe Anschläge" wie im November 2015 in Paris könnten "nicht ausgeschlossen werden". Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) habe sich nach ihrer militärischen Niederlage in Syrien "zu einer Terrorgruppe im Untergrund restrukturiert". Sie setzte auf eine "Strategie des Terrors, vor allem gegen weiche Ziele".

In Deutschland sei die Gefährdungslage "weiterhin angespannt" und habe sich "auf hohem Niveau stabilisiert", erklärte das Bundesamt. Nach einer Phase der Zurückhaltung zeige die deutsche Szene wieder gesteigerte Aktivitäten, insbesondere im Messengerdienst Telegram. Das in der gesamten dschihadistischen Internetpropaganda "enthaltene Drohpotenzial ist unverändert hoch", hieß es. "Immer wieder wird zu Anschlägen, vor allem in westlichen Staaten, aufgerufen."

epd mih

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