Missbrauch: Laien fordern staatliche Standards für Aufarbeitung

Aufarbeitung sexualisierter Gewalt

©Jochen Lübke/dpa

In der katholischen und evangelischen Kirche müsse die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt noch intensiviert werden fordert "Wir sind Kirche"

Missbrauch: Laien fordern staatliche Standards für Aufarbeitung
Die katholische Laienbewegung "Wir sind Kirche" sieht den Staat in der Pflicht, Standards für die Missbrauchs-Aufarbeitung zu entwickeln und die Zusammenarbeit der Kirchen mit den Strafverfolgungsbehörden einzufordern.

Außerdem sei es die entscheidende Frage, welche Bischöfe "endlich Verantwortung für die Vertuschung sexualisierter Gewalt übernehmen", heißt es einer Mitteilung zufolge in dem Pfingstbrief der Bewegung. Vor allem die katholische Kirche befinde sich in einer existenziellen Krise, die im Missbrauchsskandal einen Brennpunkt finde. Aber auch in der evangelischen Kirche müsse die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt noch intensiviert werden.

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Bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs ist die evangelische Nordkirche eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Jahren deutlich voran gekommen. Die Fachkommission habe bislang rund 70 Fälle bearbeitet, sagte Bischöfin Kirsten Fehrs.

In dem Pfingstbrief fordert "Wir sind Kirche" die Christen auf, die weltweiten Proteste zur Verhinderung der Klimakatastrophe zu unterstützen. Vor allem die Demonstrationen von Schülerinnen und Schülern machten der Politik Beine, die Klimaziele einzuhalten. Neben der Politik seien in der Klimafrage aber auch die Verbraucher gefordert, weil sie ihr Konsumverhalten ändern müssten.